Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
W650.deW650 ForumW-Tour/Treff-Kalender
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 194 Antworten
und wurde 23.629 mal aufgerufen
 Reiseberichte / Motorradgeschichten
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | ... 13
Falcone Offline




Beiträge: 109.215

13.12.2010 07:35
#31 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankula Antworten

15. Tag, Montag, der 19.7.2010

PDF-Datei mit Text und Bildern unten im Anhang

Noch satt vom gestrigen Abendessen trinken wir nur einen Kaffee und essen ein paar Kekse dazu. Gegen Morgen hat es sich etwas abgekühlt. Wir starten um 7.30 Uhr bei 10 Grad. Kurz hinter Dunmarra verlassen wir den Stuart Hwy und biegen ab auf den Buchanan Hwy.


Abreisefertig geht´s am frühen Morgen …


… auf den Buchanan Highway

Highway, das haben wir gelernt, bedeutet in Australien nicht, dass man es mit einer besonders guten Straße zu tun hat. Weder muss ein Highway vierspurig sein (und ist es meistens auch nicht), noch muss er geteert sein. Es kann auch eine ganz simple Schotterpiste sein, wie der Buchanan.


Im Morgenlicht auf dem Buchanan

Zu Beginn ist der Buchanan recht sandig, was einen ganz schön einbremst, dann wir er aber zunehmend angenehmer zu fahren. Grobschotter und Corrugations halten sich in erträglichem Rahmen. Aber nicht nur der Straßenzustand erfordert Aufmerksamkeit, sondern auch alles, was sich auf und neben der Straße befindet, gilt es zu beobachten. Und das ist eigentlich so ziemlich alles, was zwei und vier Beine hat, nur keine Fahrzeuge. Die gibt es hier nicht.
Den Löwenanteil des „Verkehrs“ machen Rinder aus, die wohl von Zebus abstammen – jedenfalls sehen sie Zebus viel ähnlicher als dem, was wir so unter Kühen verstehen.


Zuschauer und …


… Querläufer.

Da Vieh im allgemeinen in Australien als Stock bezeichnet wird, warnen wir uns gegenseitig durch das Intercom, indem wir einfach „Stöckchen rechts“ oder „Stöckchen links“ sagen. Die Biester sind nämlich farblich oftmals so gut getarnt, dass man sie erst sehr spät sieht. Und wenn dann ein Kalb meint, noch schnell über den Weg zu seiner Mutter laufen zu müssen, wird’s ziemlich brenzlig. Also Vorsicht.
Dass das nicht immer gut geht, wird am Straßenrand sehr eindrucksvoll präsentiert: Rinder in allen Erhaltungszuständen, von frisch überfahren bis zum Skelett, sind zu beobachten, aber auch an Pferden, Eseln, Dingos, Schlangen und natürlich Kängurus kann man anatomische Studien betreiben. Von den Kadavern geht auch noch eine weitere Gefahr aus. Ziemlich große Adler, auch Bussarde und Weihen, sitzen an diesen Kadavern, alleine oder in ganzen Gruppen. Manche meinen, sie auch mal verteidigen zu müssen und streichen erst im letzten Augenblick ab – verflucht dicht am Motorrad vorbei.


Noch ganz gut erhalten, …


… schon etwas „gebraucht“ und …


… ziemlich verbraucht. Zuletzt …


… bleiben nur noch Teile vom „Chassis“ übrig.


Immer schön geradeaus, es ist …


… ja nicht mehr weit!

Nach einer knappen Stunde und etwa 40 Kilometer machen wir eine Pause. Die Motorräder kann man einfach auf der Piste stehen lassen. Bis jetzt haben wir noch kein anderes Fahrzeug zu Gesicht bekommen. Ich setze mich für ein Picknick auf einen Baumstamm. Dummerweise ist der vom letzten Buschfeuer noch etwas schwarz – was auf meiner hellen Hose blöd aussieht.
Aber warum nicht auf die Straße setzen? Wo kann man sonst noch auf einem Highway sitzen, ungestört Bier trinken und in die Ferne blicken?


Pause auf dem Buchanan.


Hier kann man tun und lassen, was man will.


Mit der anderen Verkehrsteilnehmern muss man sich arrangieren, auch …


… wenn es manchmal etwas Geduld braucht.

Bald darauf queren wir wieder die Bahnstrecke des Ghan und halten kurz an dem Bahnübergang. Wieder verlieren sich die schnurgeraden Gleise in der Ferne.




Kurze Zeit später sehen wir eine Staubwolke aufsteigen, eine Weile später erkennen wir, dass ein Roadtrain kommt.
Wir schauen schon mal, wo man den Track bequem verlassen kann und fahren dann die Motorräder in den Bush neben der Piste. Und da kommt er auch schon. Ich stelle mich an den Wegrand für ein Foto. Der Train fährt sogar etwas zur gegenüberliegenden Pistenseite, geht aber nicht vom Gas. So mit gut 100 km/h donnert er mit brüllendem Motor vorbei und hupt dabei ohrenbetäubend. Der Fahrer winkt fröhlich. Steine spritzen, ich habe mich längst abgewandt. Wenn man so einen Train in voller Fahrt erlebt, ist einem sofort klar, warum es so viele Tierkadaver auf der Straße gibt. Der Trucker zuckt wahrscheinlich nicht mal mit dem Bremsfuß, wenn er eine Herde Rinder auf der Straße sieht. Kräftig hupen, und wer reagiert überlebt. Bullen, die sich dem Train mutig entgegen stellen, geben diesen Mut jedenfalls nicht in den Genpool weiter.


Da kommt was!


Und da donnert es auch schon heran!


Dieser Roadtrain war übrigens das einzige Fahrzeug, das wir auf der ganzen Strecke zu Gesicht bekamen.
Nach einer Weile hat sich der Staub gelegt und wir können die Piste wieder unter die Räder nehmen. Apropos Staub: Inzwischen haben unsere Motorräder auch einen feinen roten Überzug erhalten, Hennys mehr als meins, sie fährt doch meist hinten.


Alles ist eingestaubt, deswegen …


… muss an auch an seinen eigenen Wasserpegel denken.

Nach knapp zwei Stunden und 90 Kilometern, was in etwa der halben Strecke zur nächsten menschlichen Behausung entspricht, machen wir wieder eine Pause und sehen uns Termitentürme an, die hier immer größer werden. Zwischen den Türmen stehen Rinder und sehe sich diese zwei komischen Menschen an.


Die Termitentürme werden immer größer …


… und die Kühe wundern sich über uns.


Den letzten kurzen Stopp machen wir am Illawara Creek, der sogar etwas Wasser führt, …


… dann ist es nicht mehr weit.

Nach 180 Kilometern und gut vier Stunden haben wir Top Springs erreicht, eine Junktion mit kleinem Roadhouse. Hier kreuzen sich Buchanen- und Buntine Hwy. Beides Pisten, die hauptsächlich von Viehtransportern genutzt werden und ehemalige Viehtrieb-Routen gewesen sind.


Tankstelle Top Springs


Es ist warm.

Top Springs wirkt wie ausgestorben. Die Sonne knallt erbarmungslos vom stahlblauen Himmel, keine Wolke in Sicht. Auf allen vier Straßen ist nicht die Spur von Verkehr zu sehen.
Nach einer Weile nähert sich ein kleiner Hund, der ruhig und gelassen alles kontrolliert und von uns keine Notiz nimmt. Eindeutig ein Controletti.


Auch Top Springs hat seinen Scheffe

Wir tanken und gehen in das Roadhouse. Eine junge Frau kassiert und kann uns auch einen Raum vermieten – 100 Dollar. Na ja, Wahl haben wir keine. Wir fahren um das Gebäude auf das Grundstück des Roadhouses. Hier ist es sogar ganz nett, ein paar Bäume und ein Stück graugrüner, rasenähnlicher Bewuchs. Die Tür zu unserem Zimmer geht von einer Werkstatt ab, die nach zwei Seiten offen ist, damit etwas Luft durchziehen kann. Zur Vorderseite hin ist sie vergittert, von hinten kann man rein – was man aber nicht darf. Wir werden ziemlich angeblafft, als wir mit den Motorrädern zu unserem Zimmer wollen. „Nein! Nicht mal abladen! Raus!“ ruft ein brummiger Bloke, der wie aus dem Boden gestampft vor der Werkstatt aufgetaucht ist.
Also stellen wir etwas verschnupft die Motorräder um die Ecke ab und schleppen die Koffer ins Zimmer. Blöder Kerl. Es ist nämlich alles leer, weder Auto noch Kunde sind in dieser „Halle“.


Nix los hier – links im Bild unser „Zimmer“

Das Zimmer ist sehr schlicht – aber es gibt eine, wenn auch sehr laute, Klimaanlage. Ohne geht hier auch gar nichts mehr. Das Thermometer zeigt immerhin 45°, Tendenz steigend.
Wir legen uns aufs Bett und warten, dass die Luft abkühlt. Wir schlafen ein bisschen.
Schuhe und Strümpfe stehen vor dem Zimmer zum auslüften.


Vom Track gezeichnet


Es ist Nachmittag. Spazierengehen macht keinen Sinn. Das Gelände des Roadhouse ist überschaubar und bietet nichts außer einer toten Kröte, einer Eidechse, einem alten Tanklaster und dem Controletti-Hund. Außerhalb kann man zur Kreuzung gehen, in alle vier Richtungen schauen und ein paar Schilder lesen, die z. B. verbieten, Zecken mit sich zu führen.


Top Springs Junktion


Spazierengehen sinnlos


Zeckenverbot


Aber wir werden beobachtet. Ein großer Bulle steht vor einem Eukalyptus-Busch und rührt sich nicht.


Der hauseigene Tanklaster


Die Suzukis bereit zur Nachtruhe

Wir gehen zurück ins Roadhaus und bestellen uns jeder einen Hamburger. Er schmeckt prima. Hamburger können die Australier!


Hmmmm!

Als wir die Teller leer gegessen haben, beginnt die Rushhour. Ein Pickup kommt zum Tanken und kurze Zeit später treffen zwei große Roadtrains ein, beides Vieh-Transporter. Auch ein Gast kommt hinzu, ein älteres Ehepaar mit einem Toyota-Camper in vollem Wüstentrimm.
Nachdem die beiden ihr Zelt auf dem Dach des Toyota erreichtet hatten, sprechen wir ein wenig mit ihnen. Es sind Bob und Jane, Schaffarmer aus der Nähe von Perth, und er berichtet, dass sie gerade 30.000 Schafe in den nahen Osten verkauft haben, wohin sie lebend verschifft werden, weil sie geschächtet werden müssen. Und nun haben sie sich einen Traum erfüllt, und endlich mal die Canning Stock Route gefahren. Zuvor mussten sie aber noch den Zaun reparieren, der mal eben eine Länge von 400 Kilometern hat.
Die Canning Stock Route, eine ehemalige Viehtrieb-Route, muss wohl, was man so hört, eine der schwierigsten Pisten der Welt sein, auf jeden Fall ist es mit 2000 Kilometern in absolutem Nichts die längste Outbackpiste. Erst 1968 ist sie erstmals von einem Geländewagen bezwungen worden. Die Route ist ein nur rudimentärer erhaltener Weg, auf dem rund 1000 Dünen zu überwinden sind.
Es kann auf halber Strecke getankt werden, jedoch muss man das Benzin vorbestellen.
Entsprechend ausgerüstet war der Toyota: Wo es nur ging, waren Tanks untergebracht, sowohl für Wasser als auch für Benzin und es gab sogar einen Drahtkäfig am Heck, in dem Brennholz untergebracht werden konnte – Holz findet man in der Wüste nicht und die Nächte sind kalt.


Rushhour in Top Springs


Typische Viehtransport-Roadtrains im Outback


Henny mit Bob und Jane

Anschließend schauten wir noch eine Weile der Sonne zu, wie sie während des Untergehens den Himmel in alle Schattierungen von purpur und lila, von gelb und rotorange taucht.
Im Zimmer gibt es noch eine Wurst und ein Bier. Hund Controletti schaut noch mal kurz vorbei, dann schlafen wir wieder mal früh ein.

Ein Sonnenuntergang im Outback kann ein vielfältiges Farbenschauspiel sein:









Tag 15 – Buchanan Hwy, Dunmarra – Top Springs (190 km Schotterpiste)


Die letzte Woche - unsere bisherige Tour im Northern Territory:


Und hier wieder ein Link zu Google Maps:
http://tinyurl.com/26o6sz7

Dateianlage:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Seite 195-212, Tag 15, Dunmarra-Buchanan-TopSprings.pdf
piko Offline




Beiträge: 16.462

13.12.2010 13:55
#32 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

Eigentlich wollte ich hier ja nicht "dazwischenquatschen" ... aber ich muß es jetzt doch mal loswerden:

Seit zwei Wochen freue ich mich hier auf die Fortsetzung. Danke Falcone für diese tolle und ausführlich bebilderte Lektüre ... du wirst immer besser!!!
Könnte man sich auch gut zwischen zwei Buchdeckeln vorstellen ... haste den Motorbuchverlag/Edition Unterwegs etwa schon kontaktiert?

grüße piko, der australien bisher auch nicht mit minustemperaturen in verbindung gebracht hätte ...

warum einfach wenn's kompliziert geht

w-paolo Online




Beiträge: 25.099

13.12.2010 15:23
#33 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

@ Martin:

Paule.

Es gibt nur einen Jahrhundert-Reifen !

Hobby Offline




Beiträge: 40.389

13.12.2010 17:29
#34 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

Zitat
Eigentlich wollte ich hier ja nicht "dazwischenquatschen" ...



geht mir auch so !
aber die Frage zum Luftfilter kann ich mir jetzt nicht mehr verkneifen...
also Martin:
wie oft habt ihr gereinigt bzw. gewechselt

.
.
Gruß Hobby

der mit drei W-Treffen im europäischen Ausland....

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

13.12.2010 17:40
#35 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankula Antworten

Ich hab gar nix gegen ein paar Fragen, die sich auftun. Die beantworte ich hier gerne.

Die Luftfilter haben erstaunlich gut mitgespielt. Reinigen war nur zwei mal nötig. Die Suzukis scheinen die Luft sehr geschickt unter der Bank anzusaugen.

Grüße
Falcone

Hobby Offline




Beiträge: 40.389

13.12.2010 17:57
#36 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankula Antworten

Zitat
Reinigen war nur zwei mal nötig.



Uppss !!
finde ich erstaunlich wenig

kenne das halt nur vom Cross...
und da haste im Extremfall nach 2x 20min das Schaumgummi Element wie ein frisch paniertes Schnitzel
aus dem Filterkasten gezogen !

.
.
Gruß Hobby

der mit drei W-Treffen im europäischen Ausland....

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

14.12.2010 08:06
#37 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankula Antworten

16. Tag, Dienstag, 20.7.2010

PDF-Datei mit Text und Bildern unten im Anhang

Um halb sieben kommen wir aus den Federn. Gegen Ende der Nacht hat es sich soweit abgekühlt, dass wir die rappelnde Klimaanlage ausschalten konnten und noch mal fest geschlafen haben.
Bei Müsli und Nescafé beraten wir, ob wir auf dem Buchanen oder dem Buntine weiter fahren.
Der zweite Teil des Buchanan sei etwas „rough“, teilte uns die Bedienung des Roadhauses am vergangenen Abend mit. Das wollten wir uns erst mal anschauen. Um halb Acht starten wir, aber der Buchanan erweist sich schon nach einigen Kilometern als ziemlich „rough“, Waschbrett und Geröll wechseln sich munter ab. Bevor wir diesen Straßenzustand später in der Hitze verfluchen, drehen wir lieber um, fahren noch mal am Roadhouse vorbei in drehen ab nach Norden auf den Buntine. Der ist zwar schmal und einspurig, aber geteert. Das lässt einen doch gleich viel unbeschwerter fahren. Nach insgesamt gut 1000 Kilometern auf Pisten lässt das anfängliche Interesse an dieser Art Fortbewegung doch etwas nach.


Der Buntine Highway

Der Buntine hat uns nicht enttäuscht, viele Kängurus, vor allem auch lebende, aller Größen sind zu beobachten. Der Verkehr ist immer noch quasi inexistent, dafür sehen wir eine Herde wunderschön gefärbter schwarz-grauer Esel, neugierig schauende Rotrücken-Kängurus, viele Wallabies und auch immer wieder majestätische Adler, die auf Kadavern am Wegrand sitzen, aber leider sofort auffliegen, wenn man auch nur die geringsten Anstalten macht, anzuhalten. Fotos von Adlern sind uns daher nie gelungen. Rechts und links des Highway ist jetzt meist ein Stacheldrahtzaun zu sehen. Wir fahren durch Farmland.
An einer Ampel an einer Baustelle treffen wir noch mal Bob und Jane und plaudern ein wenig.
Ein Riesen-Kanguru sitzt auf der Straße, hüpft aber gelassen zu Seite, als wir kommen und stehen bleiben. Mit einem Satz ist es über einen hohen Zaun, richtet sich dort aber sofort hoch auf und betrachtet uns. Scheinbar weiß es, dass ihm hinter einem Zaun nichts passiert.


Die vielen Termitentürme wirken wie ein überdimensionaler Friedhof


Ein freundliche Eselbande lugt aus dem Wald


Riesenkänguru


Leider sieht man es häufiger so.


Darüber kreisen dann diverse Greifvögel

Im lichten Wald machen wir eine Pause im dürftigen Schatten. Termitenhügel bieten Sitzgelegenheiten.


Lichter Wald beidseitig der Straße


Wir machen eine Pause um unseren Flüssigkeitspegel aufzufüllen, auch …


… wenn die Sitzgelegenheiten nicht sonderlich bequem sind.


Buntine Hwy-Suchbild: Wo ist Henny?


Nach 165 Kilometern trifft der Buntine auf den Victoria Hwy, der von Katherine bis Kununurra führt, und dem wir jetzt nach Westen folgen. Der Victoria Hwy ist Teil des Hwy One, der um den ganzen Kontinent führt. Nach zwei Wochen sind wir schon weit im Norden angekommen, so dass wir jetzt noch mehr als genug Zeit haben, hier das Land zu erkunden. Zuerst wollen wir mal ein Stück nach Westaustralien hinein fahren, um uns dort das östliche Randgebiet der Kimberleys anschauen.


Wir treffen auf den Victorya Hwy, wo es …


… besser ausgebaut und deutlich verkehrsreicher nach Westen weitergeht. Henny ist nun auch wieder besser zu erkennen.

Auf dem Weg nach Westen sehen wir mal wieder ein paar Tafelberge. Wir erreichen die Victoria River Region und überqueren bald den Victoria River, nach dem Murray River vor knapp zwei Wochen ganz im Süden unser erster großer Fluss. Über 3000 Kilometer ist das jetzt her! Gleich hinter der Brücke über den Fluss ist ein Roadhouse, an dem wir anhalten und ein Sandwich essen. Am Nachbartisch sitzt ein Motorrad-Pärchen, er fährt eine 1100er Breva und sie eine F800S. Leider sind sie nicht sehr gesprächig. Schade, denn Motorradfahrer sind wirklich sehr selten. Henny schreibt noch ein wenig ins Tagebuch, dann wandern wir zum Victoria-River.


Victoria River vor Victoria Roadhaus, wo wir …


… auf zwei weitere Motorräder treffen.


Nach einer Stärkung laufen wir …


… zurück zur Brücke und schauen …


… uns den Fluss an.

Der Victoria Hwy wird auf einer neuen Brücke hinüber geführt. Die alte, darunter liegende, ist stillgelegt, die neue ist ein ganzes Stück höher. Die Höhe der alten reichte in der Regenzeit nicht aus, was man auch deutlich an dem Treibgut sehen kann, dass sich in ihr verfangen hat. Der Wasserpegel kann hier locker um 20 Meter ansteigen. Kaum zu glauben, wenn man den Victoria River unter sich träge vor sich hin fließen sieht.


Treibgut hängt unter der Brücke

Ich klettere runter ans Ufer, denn wir sind hier im Land der Krokodile angekommen und ich will endlich mal eines sehen. Leider sind es lediglich Scharen von Kakadus, die sich über die Störung aufregen. Crocs sind keine in Sicht.


Kakadus fliegen über den Fluss und …


… sitzen am Ufer und …


… in den Bäumen

Zurück am Roadhause kommen wir gerade recht, um schnell zu flüchten. Zwei Busse von Rentnern ergießen ihre Fracht über das Gelände. Da sind Kakadus echt leise gegen. So viele Menschen sind wir schon gar nicht mehr gewöhnt.


Seniors Coach Tours

Hinter dem Victoria River Roadhouse beginnt die Stokes Range, Tafelberge mit einem sie umgebenden Steinkranz, der wie die Chinesische Mauer aussieht. Eine geologische Besonderheit, die man aufgrund der Erosion öfters in Australien zu sehen bekommt.
Wir kommen über den kleinen und den großen Totenkopfbach, die beide kein Wasser führen.
Bald darauf kommen wir in Timber Creek an. Wir haben schon wieder über 300 Kilometer zurückgelegt und beschließen, hier zu übernachten. Es ist noch recht früh am Tag und wir beziehen auf einem Campground unter Bäumen eine Cabin mit Parkplatz, Veranda und Bananenbaum. Dusche und Klo sind gleich im Gebäude neben an. Nach den vergangenen Übernachtungen echter Luxus.


Stokes Range


Der kleine Totenkopf-Bach


Cabin in Timber Creek



Timber Creek liegt nicht weit weg vom Victoria River, und von hier aus werden Bootstouren zum Fischen und zum Beobachten von Krokodilen organisiert. Direkt am Campground entlang führt der gleichnamige Bach Timber Creek, der ein paar Kilometer weiter in den Victoria River mündet. Wir schauen uns den Ort ein wenig an, der eine Versorgungsstation mit Tankstelle, Lebensmittelladen, Imbiss, Souvenirshop, Touristeninformation und Campingplatz ist und indem 70 Einwohner leben, meist Aboriginals. Auf dem Gebiet des Campgrounds bekommen wir jedoch nur wenige zu sehen. Wir betrachten einen Boab-Baum, der etwa den afrikanischen Affenbrot- oder Baobab-Bäumen entspricht, und dessen dicker flaschenförmiger, glatter Stamm sehr beeindruckt.


Campground Timber Creek


Souvenir-Laden


Roadhouse


Boab

Dann machen wir uns auf den Weg zum Timber Creek. Hier geraten wir in eine richtige Dschungel-Landschaft. Kein feuchter Tropen-Dschungel, wie man ihn von Amazonas-Filmen kennt, sonder so ein recht trockener graugrüner Dschungel, der noch relativ licht ist und eine ganz eigenartige Stimmung verbreitet. Obwohl ein kleiner Pfad zu erkennen ist, wirkt alles sehr unberührt. Die Vegetation besteht aus Palmen und Eukalyptus, die Pflanzen spiegeln sich im Wasser des Creek wieder. Eigentlich bin ich an dessen Ufer auf der Suche nach Krokodilen. Es muss sie doch hier endlich mal geben. So achte ich nicht so sehr auf das Geschrei aus den Bäumen. Henny meint dann, ich solle doch lieber mal nach oben schauen. Und dann staune ich nicht schlecht. Scharen von großen Flughunden hängen in den Bäumen, wachen um diese Urzeit langsam auf und beginnen zu spektakeln. Sie rücken hin und her und streiten sich um die Plätze. Die ersten fliegen auch schon mal ein kurzes Stück. Gegen das Sonnenlicht sehen diese „Vampire“ mit ihren transluzenten Flughäuten schon sehr beeindruckend aus, zumal die Flügelspannweite über einen Meter beträgt.
Flughunde sind keine Fledermäuse und ernähren sich pflanzlich, von Blüten, Nektar und auch Früchten und leben in Kolonien.


Eigenartige Vegetation und Lichtverhältnisse am Timber Creek


Palmenwald und …


… Ufervegetation mit …


… Scharen von Flughunden in den Bäumen.


Laut spektakelnd drehen sie …


… ihre ersten Abendrunden zwischen den Bäumen.




Na gut, dann eben Flughunde statt Krokodile. Das war auf jeden Fall auch ein Erlebnis!
Wir gehen zurück und queren den Timber Creek auf einem kleinen Steg, als ich da etwas im Wasser sehe, was doch eher kein Ast ist, denn man erkennt ein paar Zähne.
Endlich, das erste Krokodil! Wir beobachten es eine Weile, aber es rührt sich nicht. Dabei bemerken wir erst nicht, dass ein weiteres, weit größeres mitten im Bach völlig lautlos aufgetaucht ist – noch nicht mal die Wasseroberfläche hat sich bewegt. Kurze Zeit später kommt das dritte hinzu.


Kein Ast!


Und noch eins!



Und noch ein großes.


Ein wenig wundern wir uns schon. Sehen wir tatsächlich so schmackhaft aus, dass wir die Krokodile der gesamten Umgebung anlocken? Die Erklärung folgt bald: Aus der Küche des Roadhouse kommt jemand vorbei und bringt Essensabfälle. Da dies immer zur gleichen Zeit geschieht, versammeln sich die Crocs. Und wir sind zufällig gerade zu dieser Zeit hier vorbei gekommen. Als die ersten Brocken ins Wasser fallen, werden die Tiere lebendiger. Inzwischen sind es fünf, wobei das größte etwa zweieinhalb Meter misst. Eines springt sogar nach Brocken, die der Fütterer an einer Schnur über das Wasser hält. Beeindrucken ist der pistolenschussähnliche Knall, der erklingt, wenn das Croc daneben schnappt und die Kiefer aufeinander klappen. Da möchte man dann besser nicht dazwischen sein.


Croc schnappt nach einem Fleischbrocken


Sind sie satt, kann man auch mal näher ran. Übermäßig scheu sind sie jedenfalls hier nicht.


Zurück auf unserer Veranda haben wir uns noch Prospekte aus der Gegend angeschaut und beschlossen, noch weiter nach Westen zu fahren, und zwar erst mal bis Kununurra. Dann gönnten wir uns noch zwei Pies, kauften XXXX-Nachschub und unterhalten uns. Wir stellen fest, dass die verwesenden Tiere am Straßenrand hier in der Wärme doch viel besser zu riechen sind, als in der Zeit der kühlen Tage und bemerken dabei, dass man sonst eigentlich gar nichts riecht. Henny, die eine gute Nase hat, vermisst den Duft von Pflanzen und Blüten, wie wir ihn von Europa her kennen. Ebenso haben wir keine Probleme mit Insekten, die Visiere bleiben sauber. Das ist insofern sehr verwunderlich, weil die Fliegen im Outback immer und überall und in allen Reiseberichten Thema sind. Uns wurde auch empfohlen, Hüte mit Fliegengardine mitzuführen, was wir auch getan aber nicht gebraucht haben. Diese Hüte werden auch überall angeboten, in jeder Tankstelle, in jeder Raststätte – und zwar mindestens doppelt so teuer wie in Deutschland! Ebenso sieht man überall Postkarten, die die Fliegenplage zum Thema haben. Außer an einem See in der Wüste südlich von Alice Springs hatten wir bislang noch keine Fliegen-Kontakte.
Wir hatten auch vermutet, dass man auf irgendeine Weise den bekannten Eukalyptus-Geruch wahrnimmt. Aber auch das ist nicht der Fall, selbst dann nicht oder fast nicht, wenn man dessen Blätter zwischen den Fingern zerreibt.


Tagebuch schreiben auf der Veranda und …


… den Tag noch mal revuepassieren lassen.

Inzwischen ist es dunkel geworden, das Bier ist alle (unbedingt Vorrat ergänzen!) und wir ziehen uns in die Cabin zurück, die wir nun aber mit einem Gecko teilen müssen, das in Bezug auf Fliegen auch unserer Meinung ist: Wo sind die?


Mitbewohner


Tag 16: Top Springs über Buntine Hwy nach Timber Creek (325 km)

Dateianlage:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Seite 213-230, Tag 16, TopSprings-TimberCreek.pdf
seeräuber Offline




Beiträge: 1.038

15.12.2010 00:03
#38 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankula Antworten

Apropos Fliegen:

Die haben euch nur deshalb nicht geplagt weil ihr zur falschen Jahreszeit im Outback wart.
Hättet ihr das so wie wir gemacht, nämlich Outback Anfang Januar dann gibts Fliegen satt. Sobald es hell und etwas wärmer wird gibt es keine Körperöffnung im Gesicht wo sie nicht reinwollen. Ohne Fliegengitter um den Kopf haben wir es damals nicht ausgehalten.
Der wahre Aussie lacht da nur drüber, wedelt ab und zu und hat (weiß der Geier warum) tatsächlich weniger Fliegen im Gesicht.

Gruß

Günter

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

15.12.2010 10:44
#39 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankula Antworten

17. Tag, Mittwoch, 21.7.2020

PDF-Datei mit Text und Bildern unten im Anhang

Wir frühstücken auf der Veranda unserer Cabin im Morgenlicht, heute mal Müsli und Nescafé.
Wir wollen bis Kununurra, dort Station machen, und von dort aus noch mal zum Lake Argyle.
Um halb neun starten wir. Kurz hinter Timber Creek stoßen wir wieder auf den Victoria River, der neben der Straße her fließt. Wir fahren kurz rechts ab auf eine Brücke und schauen ihn uns an – ein großer Fluss.


Noch ein Blick auf den Victoria River und auch …


… noch mal ein Stück „Chinesische Mauer“ an den Stokes Ranges

Auf der Weiterfahrt wird die eintönige Ebene immer mehr durch ein, wenn auch nicht hohes, Bergland ersetzt. Die Boab-Bäume nehmen zu. Die alten unter ihnen haben schon sehr skurrile Formen und haben Stämme, die bis zu fünf Meter im Durchmesser erreichen.
An einem Windrad, etwas abseits der Straße, machen wir eine Pause und ich schaue mir die Technik an. Das Flügelrad dreht sich noch und treibt auch brav eine Königswelle an. Die endet aber im Nichts und an ihrer Stelle hat ein Dieselmotor den Antrieb der Wasserpumpe übernommen. Moderne Zeiten. Das Windrad ist also nur noch ein Dummy.


Uralter Boab


Pause an einem Windrad


Auch auf kargstem Grund findet man immer wieder mal schöne Blumen.

Etwa 140 Kilometer hinter Timber Creek gelangen wir an die Grenze zwischen dem Northern Territory und West Australia.


Grenze zwischen Northern Territory und West Australia

Was an der Grenze zwischen Victoria und South Australia die Fruchtfliegen waren, sind hier die Cane Toads, bei uns bekannt als Aga oder auch Riesenkröte. Schon lange vorher wird davor gewarnt, Cane Toads nach Westaustralien einzuschleppen. Die Kröte wurde Mitte der 30er Jahre nach Cairns in Ost-Australien importiert, um sie zur Schädlingsbekämpfung einzusetzen. Erst untersagte die Regierung die Auswilderung, dann gab sie den Druck der Farmer nach um bald festzustellen, dass die Kröte gar kein Interesse an den Schädlingen hat, die sie eigentlich vertilgen sollte. Aber sie fraß anderes Getier, was ihr bei einer Größe von gut 20 Zentimetern nicht schwer fällt. Da sie kaum natürliche Feinde hat, breitet sie sich unaufhaltsam aus und ist inzwischen zum echten Problem im Osten und Norden Australiens geworden. Die giftige Amphibie wird nämlich gerne von anderen Tieren geschnappt, die sie nicht kennen und deswegen auch keine Hemmschwelle haben. Durch ihr Gift sterben Raubvögel, Warane und auch Krokodile an der Kröte. Sie stellt also eine massive Gefahr für das Ökosystem dar und die Australier jagen sie, wo sie sie nur sehen, erschlagen sie oder sammeln sie in Plastiktüten, um sie dann durch Einfrieren in der Gefriertruhe zu töten.
Jedenfalls erscheint uns die Grenzstation nach West Australia lediglich dem Zweck zu dienen, Cane Toads zu finden. Die Fahrzeuge werden gründlich durchsucht, selbst auf den Achsen sieht man nach, ob da nicht vielleicht so ein Ungeheuer hockt. Wir können jedoch passieren. Kröten reisen offenbar nicht mit Enduros.


Cane Toad in ungefährlichem Aggregatzustand


Auch Honig, Früchte, Samen und Erde dürfen nicht über die Grenze gebracht werden.
Was wir nicht richtig bedacht hatten, ist jedoch die Zeitumstellung, auf die uns der Grenzer noch mal aufmerksam macht. Die Uhren werden um eineinhalb Stunden zurückgedreht. Auf einmal haben wir wieder den ganzen Tag vor uns.


Die ersten Ausläufer der Kimberleys

Wir ändern also unsere Reisepläne und machen erst mal einen Abstecher zum etwas südlich von unserer Route gelegenen Lake Argyle, denn sonst wären wir viel zu früh in Kununurra angekommen. Als besonders lohnend entpuppte sich das aber nicht. Von dem mit 1000 km² größten Stausee Australiens bekommt man nämlich kaum was zu sehen. Lediglich am Nordzipfel, dort wo die Staumauer ist, kann man an ihn heranfahren. Sein wunderschönes Blau sticht kontrastreich vom gelbbraunen Ufer ab, darüber spannt sich wolkenloser Himmel. Aber es führen sonst keine Straßen zu dem See und er liegt auch ziemlich versteckt in den Bergen eingebettet. Er ist zwar doppelt so groß wie der Bodensee, aber man merkt davon nichts. Es gibt Schiffstouren, die uns aber nicht locken. Wir besichtigen die Staumauer und trinken dann einen Kaffee am Campgrund, wo es uns aber nicht sonderlich gefällt. Alles ist reglementiert und durchorganisiert. Es macht uns schlechte Laune. Wir gehen noch mal ans Ufer. Dort werden wir von einem Australier angesprochen, der eine deutsche Frau hatte und deswegen ganz gut deutsch sprach und dies offensichtlich auch gerne tat. Er erzählt ein wenig aus seiner Zeit in Deutschland.


Blick auf einen kleinen Zipfel des Lake Argyle und auf seine Staumauer


Ansatzweise kann man erahnen, wie groß der See sein muss.


Unterhalb der Staumauer: Oben kommt das Wasser blau rein, unten grün raus. Zauberei!


Der wenig einladende Campground am Lake Argyle


Bald fahren wir weiter nach Kununurra, tanken dort, kaufen ein, essen ein Sandwich im Supermarkt und beschließen, noch ein Stück weiter zu fahren.


Tankstelle mit Supermarkt in Kununurra, der sich …


… weder in Aufmachung noch Angebot von unseren unterscheidet, lediglich in den Preisen.


Hinter Kununurra queren wird den Oord River

45 Kilometer westlich von Kununura treffen wir auf den Great Northern Hwy, der an die Westküste nach Broom und weiter bis Perth führt und 3200 km lang ist. Nun, den nehmen wir zumindest nicht in westliche Richtung, sonder befahren seinen Nordzipfel, der schon nach etwa 55 Kilometern in Wyndham und damit am Meer endet. Auf dem Weg dort hin sehen wir den Rauch von Buschfeuern, etwa zwei, drei Kilometer von der Straße entfernt.


Buschfeuer am Northern Hwy

Wyndham ist die älteste und zugleich nördlichste Stadt der Kimbetrley Region in West Australia und gliedert sich in das heutige Windham Port und East Windham. Letzteres ist das eigentliche Wyndham mit etwa 1000 Einwohnern.
Das ursprüngliche alte Wyndham ist jedoch das heutige Wyndham Port.
Da uns Wyndham East ziemlich trostlos vorkommt, fahren wir einfach ein paar Kilometer weiter und landen in Wyndham Port. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Wyndham Port ist fast schon eine Geisterstadt, was die wenigen Bewohner sicher gar nicht gerne hören.
Die Blütezeit hat das alte Wyndham lange hinter sich. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in den Kimberleys Gold gefunden und Wyndham wurde zum wichtigen Hafen. Nach dem Abflauen des Goldrausches leerte sich Wyndham. Dann baute man Anfang des 20. Jahrhunderts eine Fleischfabrik, was Wyndham wieder zu Wohlstand verhalf. 1985 schloss die Fabrik und der Ort fiel wieder in Bedeutungslosigkeit. Die Hallen der Fabrik stehen noch im Hafen, in manchen sind kleine Betriebe, andere stehen leer. Obwohl noch recht früh am Nachmittag, ist kaum ein Mensch zu sehen. Die ehemaligen Hafenbahnen sind auf Gleisresten ausgestellt, man will wohl ein wenig den Tourismus ankurbeln. So gibt es auch eine Krokodilfarm, in der Leistenkrokodile gezüchtet werden, um deren Leder zu gewinnen. Und man kann die Grundmauern des alten Bürgermeisterhauses vor dem Ort besichtigen.


Windham Town Hotel

Wir kommen im ersten Haus am Platz unter, dem Wyndham Town Hotel, einem großen Wellblechgebäude mit angrenzendem Motel. Alternative gibt es keine. Die Preise sind nicht ohne: 130 $ für das Motel-Zimmer.
Die Klimaanlage unseres Zimmers ist leistungsstark und modern – gut, denn unser Thermometer zeigt schließlich auch 41 Grad.
Wyndham ist einer der heißesten Orte Australiens, im Jahr 1946 wurden hier an 333 aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen über 32 Grad registriert – von kühlender Meeresbrise ist auch heute keine Spur.


Die Motorräder vor unserem Zimmer


Es ist warm

Nachdem wir das Zimmer bezogen haben, erkunden wir den Ort. Zuerst landen wir in einem Kramladen, der eine Mischung aus Museum und Trödelhandel darstellt. Es ist nicht klar zu erkennen, was nun ausgestellt wird und was zu erwerben ist. Am Tresen hängen Bilder von Lady Di. Gegenstände jüngeren Datums sind nicht zu finden. Nebenan ist das Wyndham Historical Society Museum in einer Baracke untergebracht. Es ist ziemlich klein und teilt sich in einen frei zugänglichen Außenbereich mit alten Maschinen und in einen Innenbereich auf, der Eintritt kostet, aber sowieso geschlossen ist. Durch die Fenster kann man jedoch hineinschauen. Ich glaube, wir haben nichts versäumt, zumal vieles zur Geschichte schon draußen auf Infotafeln erklärt wird. Während wir am Lesen sind, wird Henny von einer Biene gestochen. Sie hatte das Bienennest gerade entdeckt, machte mich darauf aufmerksam und wird in diesem Moment auch schon am Auge erwischt. Da sie eine Bienenallergie hat, geraten wir etwas unter Stress und beeilen uns, zurück ins Hotel zu kommen, kühlen und behandeln den Stich. Zum Glück reagiert sie weder allergisch noch schwillt das Auge zu. Noch mal gut gegangen!


Im Kramladen sieht es aus, als …


… ob Lady Di noch gegenwärtig wäre.


Wyndham Historical Society Museum Freigelände

Wir machen uns also noch mal auf den Weg und wandern aus dem Ort heraus an den Hafen und weiter bis zur Krokodilfarm. Leistenkrokodile haben wir nämlich noch nicht gesehen. Sie sind größer als die Freshwater-Crocs, die uns bisher begegnet sind. Die Einheimischen nennen sie Saltwater-Crocs – oder eben kurz "freshies" und "salties". Die Farm hat aber geschlossen. Na toll. Also die vier Kilometer wieder zurück wandern, und das bei weit über 30 Grad. Wir besichtigen die Bürgermeisterhaus-Ruinen und kommen an einem ausgetrockneten Schlamm-See vorbei, auch an einem auffällig großen und modernen Polizeigebäude. Was die hier wohl zu tun haben? Zurück am Motel trinken wir auf dem inzwischen schön kühlen Zimmer einen Kaffee und machen uns dann noch mal auf den Weg zum Jetty, dem Landesteg vor dem Ort. Wir kommen an einem Wellblechhaus mit verwildertem Grundstück vorbei, auf dem etliche Katzen herumlaufen. Wir schauen nach ihnen und bemerken nicht, dass hinter einem großen Busch ein ausgewachsener Bulle steht. Er muht kräftig, als wir uns nähern und erschreckt uns mächtig.


Auf dem Weg zur Croc-Farm kommen wir an einem ausgetrockneten Schlammsee vorbei und …


… und wieder an einem Stück der „chinesischen Mauer“


Auf dem alten Hafengelände sind zwei stillgelegte Hafenbahnen ausgestellt




Das ehemalige Bürgermeisterhaus, gebaut 1888 (als Sehenswürdigkeit auf der Karte) Auf einem sSchild wird darauf hingewiesen, dass es von selbst zusammengefallen ist und das die Aboriginals das Haus gefürchtet haben


Leider das einzige Croc, das wir auf der Croc-Farm zu sehen bekommen.


Blick über das Industriegebiet von Wynham


Und der ausgetrocknete See aus der Nähe.



Auffällig die große und moderne Polizeistation in Wyndham Port


Am Jetty beobachten wir, wie eine weit draußen im Golf auf Reede liegende große Jacht mit Mengen von Proviant und vier Passagieren „versorgt“ wird. Eine alte runzelige Frau fängt mit einer Schnur Fische, vermutlich für ihre Katzen, denn sie gehört wohl zu dem Haus mit dem Bullen. Über dem Golf geht die Sonne farbenprächtig unter. Eine skurrile und doch wunderschöne Szenerie.


Der Jetty mit Blick auf Wyndham Port



Auf Reede liegen ein Frachter und …


… eine Yacht im Cumbridge Gulf


Und wieder ein schöner Sonnenuntergang, in den …


… das Beiboot der Yacht hinaus tuckert.


Industriehafen im Abendrot



In der beginnenden Dunkelheit drehen wir noch eine Runde in die andere Richtung durch den Ort, in dem die meisten Häuser offensichtlich leer stehen und teilweise auch verfallen. So kommen wir am ehemaligen General Store vorbei, am ehemaligen Krankenhaus, am ehemaligen Barber Shop, am ehemaligen Gefängnis usw. usw. Komischerweise ist vor jedem Haus ein auch schon verwittertes Schild angebracht, das über seine frühere Funktion und Geschichte aufklärt. Der Ort wird gleitend in seine künftige Funktion als Ghosttown überführt, scheint uns. Der Bulle schnaubt und brummt jedes Mal, wenn jemand vorbeigeht. Man hört ihn weithin. In einer Wellblechhütte ist noch Licht. Es ist ein Video-Verleih.
Zurück am Hotel schauen wir hinein, um etwas zu essen. Ein großer Speisesaal ist verweist und verstaubt. Weiter hinten im Gebäude gibt es eine Bar und einen sehr ungemütlichen Resopal-Speiseraum. Die Karte ist schlicht und dem Ambiente angepasst – aber die Preise stehen im krassen Gegensatz dazu. Fish and chips für 35$. Nö, muss nicht sein.
Auf der anderen Straßenseite fällt uns eine Imbissbude auf, davor ein paar grobe Bänke und alles geschmückt mit bunten Lichterketten. Eine Hand voll Gäste gibt es auch. Da gehen wir hin. Auf der Karte gibt es Pie und Hamburger und Barramundi.
Davon hatten wir doch schon in Curtis Springs am Uluru gehört – damals, als die beiden älteren Damen davon so schwärmten …
Klar, dass wir nun mal Barramundi probieren.


In der kleinen Bar


Es war nichts anderes als Fish an Chips auf einem Papier in einem Körbchen serviert – schmeckt aber verdammt gut. Die Begeisterung, die die Australier dem Barramundi, kurz "Barra", entgegenbringen, wurde für uns nachvollziehbar. Es war die erste Begegnung mit diesem barschartigen Fisch, der zwischen Australien und Indonesien sehr verbreitet ist, aber beileibe nicht die letzte. Das Bier dazu ist sehr schön kühl – es hat sogar einen Eiskern in der Dose. Egal.


Barra is bloody good.

Wir unterhalten uns mit ein paar Einheimischen, die natürlich wissen wollen, wo wir herkommen. Ein Mann an unserem Tisch erzählt uns von der Regenzeit im Sommer und dass es dann wenigstens schön warm ist, während er derzeit doch eher friert. Es sind noch 25 Grad. Dabei sitzt er uns im T-Shirt gegenüber, das so aussieht, als habe er nur das eine.
Eine junge Sheila kommt im alten Landy vorbei, bestellt Barra, trinkt ein Bier und verschwindet mit dem Essen wieder.
Das Bier schmeckt gut, die Stimmung ist nett, wir fühlen uns wohl.
Durch die Zeitverschiebung gehen wir zu einer für uns völlig ungewohnten Stunde, nämlich erst um 22.30 Uhr, schlafen. Wider anfänglichem Erwarten, war es ein sehr schöner Tag geworden. Gut, dass wir nicht am piefigen Lake Argyll geblieben sind.


Der Abend klingt aus vor unserem Zimmer



Tag 17 – Timber Creek – Lake Argyle – Kununurra – Wyndham Port (430 km)



Der Abstecher zum Lake Argyle ist nicht eingezeichnet, da Google Maps die Piste dorthin scheinbar nicht kennt.

Dateianlage:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Seite 231-247, Tag 17, TimberCreek-WindhamPort.pdf
Falcone Offline




Beiträge: 109.215

16.12.2010 10:25
#40 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

18. Tag, Donnerstag, 22.7.2010

PDF-Datei mit Text und Bildern unten im Anhang

Früh um 6 bin ich schon auf den Beinen und reinige in der Morgensonne die Luftfilter der Motorräder.
Henny bereitet das Frühstück, heute gibt es Müsli und dazu Nescafé.


Frühstück in Wyndham

Danach schaue ich mir noch mal den Teil des Ortes an, durch den wir gestern durchgekommen sind, als es schon dunkel wurde. Da war doch dieser General-Store, der mein Interesse geweckt hatte. Ein nicht gerade kleines Gebäude, aber auf einfachste Weise gebaut: ein Balken- und Lattengerüst und Wellblech davor genagelt.
Auf dem Weg dahin komme ich am Video-Shop vorbei, der gerade geöffnet wird. Scheinbar das einzige florierende Geschäft am Ort.


Video Shop


Der General Store, 1885 erbaut, sieht schon etwas wackelig aus. Die Fensterfront ist mit Pappe vernagelt, die sich aber schon wieder gelöst hat. Durch einen Türspalt linse ich hindurch und stelle fest, dass der gar nicht leer ist. Ich zwänge die Hand durch den Spalt und mache ein Bild. Ein paar Meter um die Ecke jedoch fehlt ein großes Stück der Wand. Man kann ungehindert in den Store hineinspazieren.
In den meisten Regalen ist noch die Ware. Scheinbar braucht hier niemand etwas, dann man könnte sich einfach bedienen. Die Verklebung der Blisterpackungen in den Regalen hat sich in der feuchten Tropenluft der Regenzeit wohl aufgelöst, die Packungsteile hängen an den Drahtbügeln, der Inhalt hat darunter kleine Haufen gebildet. In der Werkstatt eine Farbmischmaschine von Dulux, im Büro ist noch die Einrichtung, in der Köche stehen Kanne und Teller auf dem Tisch – alles wird bewacht von einem silbernen Wichtel. Eine eigenartige Szenerie.
Als Andenken nehme ich mir einen Kleiderbügel mit, denn so etwas haben wir zum Trockenen unserer gewaschenen Sachen unterwegs manchmal vermisst.


General Store Wyndham


Noch ganz gut bestücktes Regal


Werkstatt mit Farbmischmaschine


Über allem wacht ein Wichtel


Ein letzter Blick die Hauptstraße von Wyndham hinunter


Um 7.30 Uhr starten wir, das Thermometer zeigt schon 21 Grad. In Wyndham East fahren wir in den Ort hinein. Die Bevölkerung hier besteht sowohl aus Weißen als auch aus Aboriginals. Die Häuser sind relativ schlicht, einstöckig und stehen auf Stelzen – aber nicht wegen Hochwasser, sondern damit kühlende Luft unter ihnen hindurch kann. Würden sie auf einem steinernen Fundament stehen, heizte sich dieses so auf, dass es in den Häusern unerträglich warm werden würde.
Die Unterschiede zwischen den Häusern der Weißen und den Häusern der Aboriginals sind deutlich. Hier gepflegt mit Rasen davor, auf der anderen Seite ungepflegt, alles verdorrt und viele Gegenstände vor dem Haus. Die Aboriginals trifft man meist vor dem Haus an, die Weißen sieht man nicht. Aber irgendeine Feindschaft zwischen beiden Gruppen können wir nicht ausmachen, auch wohnt man nicht in getrennten Vierteln.


Fahrt am Golf entlang

Wir fahren durch den Ort durch hinauf auf einen 360 Meter hohen Berg, der sich Five-Rivers-Lookout nennt.
Man kann wirklich wunderbar weit schauen, aber die fünf Flüsse Ord, Forest, King, Durack and Pentecost sind nicht alle zu erkennen, wahrscheinlich sind sie zum Teil auch trocken gefallen, um diese Jahreszeit. Trotzdem hat man einen schönen Blick weit über die Ebene und den Cambridge Gulf.
Als wir gerade wieder weiter fahren wollen, kommt das Pärchen mit der Breva und der BMW vorbei. Sie haben wohl in Wyndham East übernachtet.
Am Rand von Wyndham halten wir noch mal an, um ein großes Krokodil zu besichtigen, das faul herumliegt und das Maul aufsperrt. Auch ein Denkmal für die afghanischen Kameltreiber gibt es hier, die früher den Frachtverkehr vom Hafen ins Landesinnere bewerkstelligt haben. Interessiert betrachten wir ein Hinweisschild an der Straße, über das ggf. vor Cyclonen gewarnt wird. „All clear“ zeigt es an und wir sind beruhigt.


Blick über die Golf-Ebene


Das Wahrzeichen von Wyndham


Afghanen-Denkmal


Cyclon-Warnhinweise


Auf dem Northern Hwy in die Kimberleys

Bald sind wir nicht mehr so beruhigt, denn die Buschfeuer, die wir tags zuvor in einiger Entfernung gesehen haben, sind nun nahe an der Straße.
Sie sehen zwar nicht wirklich gefährlich aus, aber ganz wohl ist uns nicht, als wir dicht daran vorbei müssen. Jedes Mal, wenn die Flammen einen trockenen Baum erreicht haben, schießen sie in die Höhe und es knallt laut und vernehmlich Vermutlich ausgelöst durch das Harz und Eukalyptus-Öl im Holz.


Buschfeuer am Northern Hwy


Buschfeuer

Bald sind wir durch und fahren an der Pentecoast Range, dem östlichen Teil der Kimberleys entlang. Nach etwa 50 Kilometern zweigt die Gibb River Road nach Westen ab. Wir hatten die Tage zuvor lange überlegt, ob wir ihr folgen sollen, aber die Beschreibung der Straßenverhältnisse war doch so, dass wir uns nicht ausreichend vorbereitet gefühlt haben. Auch hätten unser Tankvolumen die Entfernungen zwischen den Tankmöglichkeiten nicht überbrücken könne, weiter als maximal 500 Kilometer reicht es nicht. Wir hätten also noch jeweils einen 20-Liter-Kanister auf dem Motorrad unterbringen müssen.
Aus gleichem Grund werden wir auch nicht über die Duncan Road südlich zum Buntine fahren. Stattdessen beschlossen wir, die Zeit zu nutzen und uns noch etwas vom Nordosten Australiens anzuschauen. Also schlugen wir auch die Richtung Ost ein, allerdings heute nur bis ins nahe Kununurra, wo wir etwas Zeit verbringen wollten. Wir kommen schon morgens um 9 Uhr an, suchen ein Backpackers auf und beziehen dort ein Doppelbettzimmer für 95 $. Nach einem Nescafé begeben wir uns zu Fuß auf Besichtigungstour, die Motorräder sind in einem Innenhof untergekommen.


Auf dem Victoria Hwy zurück nach Kununurra …


… kommen wir auch wieder über den Oord-River


Kimberley Croc Backpackers in Kununurra


Innenhof des Backpackers



Ein Bummel durch die Stadt steht erst mal an. Kununurra ist erst in den 60er Jahren entstanden und hat heute über 3000 Einwohner – für nordaustralische Verhältnisse fast schon eine Großstadt. Es liegt am Oord-River, der in den 60ern Jahren hier gestaut wurde, um ganzjährige Bewässerungen zu ermöglichen. Die Stadt wuchs, während das bis dahin wirtschaftlich wichtige Wyndham bedeutungslos wurde. Kununurra ist zum Touristenzentrum der Kimberleys geworden, obwohl es selbst eigentlich keinerlei Geschichte oder Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Aber es ist die einzige Einkaufsstadt auf 1500 Kilometer zwischen Katherine im Osten und Broome im Westen. Viele starten von hier zu Forwheeltouren ins Outback oder zu Rundflügen über die Kimberleys. Wir schauen mal bei der Touristinformation vorbei, holen etwas Geld bei der Bank, kaufen Lebensmittel ein und natürlich auch Bier. Henny entdeckt, dass es in Australien auch Strongbow gibt und ist von nun an glücklich. Ich bekomme einen Sonnenhut. Im Park sehen wir wieder Gruppen von Aboriginals sitzen.



Postoffice in der Stadtmitte von Kununurra


Dekoration im Supermarkt


Aboriginals im Park


Ich bekomme einen Sonnenhut und …


… Henny das geliebte Strongbow


Im Backpackers wird auf selbst gemalten Schildern vor einem explodierenden Hund gewarnt.


Dann leisten wir und einen kleinen Mittagsschlaf, bevor wir etwa vier Kilometer nach Westen wandern, wo uns Norbert vom Motorradverleih ein Restaurant direkt am Oord-River empfohlen hat, das „Pump House“. Der Weg zieht sich etwas, aber ist nicht uninteressant, wir bekommen verschiedene Vögel zu sehen, wandern am Lake Kununurra entlang, sehen Boabs und viele lila blühende Büsche und Bäume mit Flughund-Kolonien.


Schwarze Kakadus – bei dem einen kann man den schön gefärbten Schwanz erkennen, der beim Auffliegen im Sonnenlicht richtig rot blitzt.


Ein Straw-necked Ibis


Eine Gruppe junger Boabs


Lake Kununurra


Weg zum Pump House mit …


… kräftig blühenden Bäumen und …


… einer Flughund-Kolonie




Das Pump House ist, wie der Name schon sagt, eine ehemalige Pumpstation, die umliegendes Land bewässerte. Durch eine neue Regulierung war sie überflüssig geworden, und Thomas Breig, der aus dem Spessart stammt, hat daraus ein Restaurant gemacht, dessen besonders Flair darin liegt, dass sich sowohl Bar als auch Küche und Gastraum ohne Trennung voneinander zwischen den alten Pumpen befinden. Das Angebot auf der Speisekarte klang sehr europäisch.
Wir waren zu früh eingetroffen, zu essen gab es noch nichts – wir hätten aber auch keine Chance gehabt, denn, wie wir erfuhren, sind die Plätze auf Wochen ausgebucht. Ein durchaus schöner Ort, aber auch etwas „schickimicki“. Auf der Terrasse trinken wir ein Bier, lassen die Blicke über den hier sehr breiten Oord-River schweifen und können uns schon vorstellen, dass hier Plätze zur Zeit des Sonnenuntergangs sehr begehrt sind. Eine gute Geschäftsidee.


Pump House am Oord River


Eingang Pump House


Veranda und Blick über den Oord River


Die alten Pumpen im Inneren


Die Bierreklame kommt uns doch irgendwie bekannt vor



Wenn man uns nichts zu essen geben will, wandern wir halt wieder zurück, vorbei an den Flughunden, die sich langsam regen, vorbei an schwarzen Kakadus und an Ibissen, ein Stück am Ufer des Lake Kununura entlang und vorbei an Boab-Bäumen.


Auf dem Rückweg eine Krokodil-Warnung, …


… viele prächtig blühende Büsche, …


… uns unbekannte Vögel und …


… ein Hotel mit seltsamen Namen, dass sich aber in erster Linie als Alkohol-Shop entpuppte.

Wir holen uns Hamburger mit Pommes, trinken im Hof des Backpackers Strongbow und XXXX und zum Nachtisch gibt es noch Zitronentörtchen, dazu streicheln wir etwas den Hund, der sich zu uns gesellt hat – ganz vorsichtig natürlich. Einige junge Leute sind anwesend, viele Japaner und wir bemerken, wie auch schon in Alice Springs, dass Kommunikation kaum stattfindet, aber so gut wie jeder hinter einem Laptop hockt. Bald nach Sonnenuntergang gehen wir ins Bett.


Lecker Abendessen


Vorsichtig anfassen, kann explodieren!


Müde bin ich, geh´zur Ruh – mit Kakadu und Känguru


Tag 18 – Wynham – Kununurra (110km)


Übersichtskarte Australien – nur diesen kleinen Teil von Westaustralien haben wir auf unserer Tour leider kennen gelernt.

Dateianlage:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
Seite 248-263, Tag 18, WindhamPort-Kununurra.pdf
michael vom berg Offline




Beiträge: 136

16.12.2010 11:51
#41 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten



einen ähnlichen hund habe ich in frankreich gesehen...

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

16.12.2010 12:33
#42 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

Da wir nach 16 Reisetagen in Australien, also nur etwas mehr als zwei Wochen, den Kontinent bereits durchquert hatten, hier mal eine kleine Zwischenbilanz.

15 Fahr-Tage (Insgesamt 18 Tage, davon zwei Tage Anreise, ein Tag Pause in Alice Springs)
ca. 5500 km pro Motorrad
ca. 550 Liter Sprit für beide Motorräder.
ca. 250 ccm Öl für beide Motorräder (war nicht wirklich nötig)
Reifen alle noch gut, wobei der gebrauchte auf Hennys Vorderrad nicht mehr übermäßig viel Profil hat.
Keine Panne, kein Ausfall!
Ein Mal bei beiden Kette nachspannen, täglich schmieren
Ein Mal beide Luftfilter gereinigt
ca. 80 Dosen XXXX
Nahezu kein Regen beim Fahren, aber anfangs oft ziemlich kalt.
Temperaturen auf dem Lenker-Thermometer von -3 bis über 50 Grad (ab 50 Grad zeigt es nicht mehr an)

Und hier mal die Übersichtskarte unserer Kontinentalquerung:



Grüße
Falcone

wastl Offline




Beiträge: 4.912

16.12.2010 19:22
#43 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

genial,
klasse bilder, da reist man richtig mit und kann sich die mühen sparen

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 Waldschloss-Brauerei_im_Sommer.jpg  a_pils6.jpg 
truwi Offline




Beiträge: 2.347

16.12.2010 19:37
#44 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

Zitat
....heute gibt es Müsli und dazu Nescafé



ich verstehe - morgentliches ritual (hoffentlich habe ich dir damit den fred nicht kaputt gemacht)

aber im übrigen: hervorragender bericht mit wunderschönen fotos und vielen dank für die übersichtskarte

ton up grüße sagt truwi

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

16.12.2010 20:08
#45 RE: Falcones Reisen: Australien 2010 - purkarari ruutu - mantangka ankulu Antworten

Nö, Trutz, di hast nix kaputt gemacht

Wastl, da habe ich mit Falconette schon manches mal gehockt.

Grüße
Falcone

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | ... 13
 Sprung  
Der-Amazon-LinkW650 ForumAsbest
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz