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Dieses Thema hat 193 Antworten
und wurde 4.932 mal aufgerufen
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Zyklop Offline




Beiträge: 1.628

05.09.2016 16:25
Gedichte antworten

Über das Älterwerden

Das große Glück, noch klein zu sein,
sieht mancher Mensch als Kind nicht ein
und möchte, dass er ungefähr
so 16 oder 17 wär'.

Doch schon mit 18 denkt er: "Halt!
Wer über 20 ist, ist alt."
Warum? Die 20 sind vergnüglich -
auch sind die 30 noch vorzüglich.

Zwar in den 40 - welche Wende -
da gilt die 50 fast als Ende.
Doch in den 50, peu à peu,
schraubt man das Ende in die Höh'!

Die 60 scheinen noch passabel
und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still:
"Ich schaff' die 80, so Gott will."

Wer dann die 80 biblisch überlebt,
zielsicher auf die 90 strebt.
Dort angelangt, sucht er geschwind
nach Freunden, die noch älter sind.

Doch hat die Mitte 90 man erreicht
- die Jahre, wo einen nichts mehr wundert -,
denkt man mitunter: "Na - vielleicht
schaffst du mit Gottes Hilfe auch die 100!"

(Wilhelm Busch)

PepPatty Offline




Beiträge: 5.385

05.09.2016 20:57
#2 RE: Gedichte antworten

Grüße PepPatty

Feldweg-Streuner Offline




Beiträge: 800

05.09.2016 21:05
#3 RE: Gedichte antworten

Boah,
wie wär's mit einen schöneren Thema.

Feldweg-Streuner *erfahr dir die Welt*
Ich bin das Schaf im Wolfspelz
und möchte niemalsnicht zurück zur Herde.
***********************************************

Joggi Offline




Beiträge: 1.772

05.09.2016 21:20
#4 RE: Gedichte antworten

Kaum das du in die Welt gebeten
bist du schon halb abgetreten.

Gruß Joggi

Gruß
Joggi

manx minx Offline




Beiträge: 9.567

05.09.2016 22:07
#5 RE: Gedichte antworten

wies kommen wird in deinem leben,
des weisst du nie,
und g'wissheit tuts bloss eine geben:
am end bist hie!

maenxmoh

Brundi Offline



Beiträge: 29.628

05.09.2016 22:14
#6 RE: Gedichte antworten

Gab doch sch mal einen themenbezogenen Gedichtefred.

Grüße
Brundi

manx minx Offline




Beiträge: 9.567

05.09.2016 22:37
#7 RE: Gedichte antworten

da tut aber keiner sterben.

edit sacht grad, da drueben gings am end auch um den sensenmoh. aber net so schoen fatalistisch wie hier.

Zephyr Offline




Beiträge: 8.828

06.09.2016 05:35
#8 RE: Gedichte antworten

Über das Älterwerden dies: es ist schon in Ordnung..

Text : http://www.golyr.de/konstantin-wecker/so...ung-280651.html

C4

Emma Offline



Beiträge: 220

06.09.2016 08:08
#9 RE: Gedichte antworten

Nicht unbedingt das älter werden.
Ich denke das Mensch werden, beziehungsweise wie "Andere" uns werden lassen wollen.

Ulf Offline




Beiträge: 12.653

06.09.2016 10:28
#10 RE: Gedichte antworten

Lebe jeden Tag, als ob´s dein letzter wär´
Dann ist es nicht mehr lange her

Serpel Offline




Beiträge: 41.087

06.09.2016 10:33
#11 RE: Gedichte antworten

Hin oder her?

Gruß
Serpel

Zyklop Offline




Beiträge: 1.628

06.09.2016 10:33
#12 RE: Gedichte antworten

Der erotische Eiswürfel

Ach wär' ich doch ein Würfel Eis,
dann könnt' ich Dich – wär Dir mal heiß,
mit meiner Kühle sanft beglücken
und Deine heiße Haut erquicken.

Könnt' Gänsehaut bei Dir erzeugen,
am Hals und in den Ellenbeugen.
Brächt' Deine Knospen zum erblühen
als Reaktion auf mein Bemühen.

Für ein Weilchen würd' ich wohnen
in Deinen erogenen Zonen.
Alle würde ich erfassen,
nicht eine würde aus ich lassen.

Brächte leise dich zum Lachen.
Würd' Dich vor Wonne schaudern machen.
Unendlich sanft würd' ich dann gleiten,
hinunter zu den heiß'ren Breiten

Und langsam würde ICH dann heiß!
Schmelzen würde dann das Eis.
Und wenn ich dann ein Tropfen wär,
ränn' ich hinunter bis zum Bär.

Würd' zwar am Busen kurz verweilen,
müßt' mich dann aber sehr beeilen.
Am heißen Nabel gings dann lang
und langsam würd' mir angst und bang.

Denn meine Temp'ratur stieg' stetig
und deshalb wär' nun Eile nötig.
Käm ich zum Bär nach letztem Kampf,
dann wär ich nur noch ... Wasserdampf!

(von Meral Vurgun)

decet Offline




Beiträge: 6.632

06.09.2016 14:06
#13 RE: Gedichte antworten

Zitat von Ulf im Beitrag #10
Lebe jeden Tag, als ob´s dein letzter wär´...
...dann brauchst Du nie mehr Deine Bude aufzuräumen

...und @ Zyklop: an heißen Tagen wirkt so ein kühles Etwas besser als jedes Aphrodisiakum

Alkoholfreies Bier... schmeckt richtig, ist aber falsch.

Furchendackel Offline




Beiträge: 1.813

06.09.2016 16:13
#14 RE: Gedichte antworten

Moinsen,

mein liebstes, geht auch nen bißchen ums Ende:



Matten Has

Lütt Matten, de Has’,
de maak sick een Spaß
he weer bi’t Studeern
dat Danzen to lehrn,
un danz ganz alleen
op de achtersten Been.

Keem Reinke de Voss
un dach: dat’s een Kost!
un seggt:"Lüttje Matten,
so flink op de Padden?
un danzst hier alleen
op dien achterste Been?

Kumm laat uns tosam!
Ik kann as de Daam!
De Krei, de speelt Fidel,
denn geit dat kandidel,
denn geit dat man scheun
op de achtersten Been!

Lütt Matten geev Poot,
de Voss beet em dood.
Un sett sick in’n Schatten,
verspies de lütt Matten.
De Krei, de kreeg een
vun de achtersten Been.



...Zyklop, so wie der Eiswürfel, so möcht ich dereinst auch von dannen gehn

Bis denne
der Dackel

Kole Feute un Nordenwind
givt´n krusen Büddel un´n
lütken Pint

Zyklop Offline




Beiträge: 1.628

07.09.2016 11:32
#15 RE: Gedichte antworten

Die verlorene Traumzeit

Letzte Nacht erschien mir im Traum
Ein Wesen, gar merkwürdig anzuschaun.
Es schaute mich an; direkt ins Gesicht
Und sprach: "Hör mir zu! Unterbrich mich nicht!“

Und als ich schon zweifelte an meinem Verstand,
da sah ich den Becher in seiner Hand.
Ich fragte: "Wer bist du? Was machst du da?
Es sprach, und es klang für mich sonderbar:

"Der Becher deines Lebens ist zur Hälfte schon leer.“
Da erschrak ich zutiefst und wunderte mich sehr.
Es packte mich die Angst und ich lief rasch von dannen,
zu suchen die Zeit, die zu rasch vergangen.

Und ich stieg auf die Berge in schwindelnde Höhn.
Und ich konnte ins Tal hinunter sehn.
Und es blies der Wind. Und ich habe geflucht.
Denn meine Zeit hab ich dort vergeblich gesucht.

Und ich legte mich ins Gras unter einen Strauch.
Da krabbelte ein Käfer über meinen Bauch.
Und ich fragte das Tier, ob es meine Zeit gefunden.
Es verneinte und ich war entmutigt für Stunden.

Dann ging ich an den Strand und blickte aufs Meer.
War hier meine Zeit? Ich wünschte es mir so sehr.
Doch nur die Flut kam, trieb die Wellen ans Land.
Was ich fand, waren nur die Muscheln im Sand.

Und ich lief nach Hause und weinte so sehr.
Siehe da! Das Wesen, ich fand es nicht mehr.
Doch seine Botschaft verstand ich nun.
Und ich wußte, ich konnte noch sehr viel tun.

Zum Glück verblieb mir ein Rest noch an Zeit.
Zum Aufgeben war ich noch lang nicht bereit.
Nun wollte ich die Zeit sinnvoll verwenden.
Ich würde geben aus Herz und mit Händen.

Ich war wirklich nicht der Nabel der Welt.
Ich habe endlich begriffen, was wirklich zählt.
Ich wollte dem Wesen danken, in die Augen ihm schaun.
Da wurde ich wach – ach, es war nur ein schöner Traum.

(J. Schulte *1961)

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