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Dieses Thema hat 168 Antworten
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 Reiseberichte / Motorradgeschichten
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Falcone Offline




Beiträge: 94.548

10.11.2011 19:05
#31 RE: Meine Zweite antworten

Alles klar!

Grüße
Falcone

decet Online




Beiträge: 6.405

11.11.2011 08:43
#32 RE: Meine Erste antworten

Zitat von Serpel
Aber gibts da auchn Foto zu?

Ja, nach längerem Stöbern (und als ich nach einem geeigneten Bild von der Dritten fürn Martin suchte) fiel mir dieses in die Finger:


Uploaded with ImageShack.us

...ich hatte die Rollei mangels Stativ auf den Reservekanister gelegt, drum ist so viel Gras drauf

Dieter

Falcone Offline




Beiträge: 94.548

11.11.2011 08:46
#33 RE: Meine Erste antworten

Schön!

Mit Rücklicht-Tuning. Und mit der beliebten Max-Box. Irgendwer hatte die ja sogar schon mal an der W, einer aus Berlin, glaub ich.

Und wer von den beiden bist jetzt du?

Grüße
Falcone

Brundi Online



Beiträge: 28.879

11.11.2011 09:07
#34 RE: Meine Erste antworten

Zitat von Falcone


Und wer von den beiden bist jetzt du?


Bei dem Bart....?
Da tipp ich doch mal auf den Herren links im Bild!

Grüße
Monika

skoki d.e. Offline




Beiträge: 6.442

11.11.2011 09:08
#35 RE: Meine Erste antworten

Zitat von Brundi

Zitat von Falcone


Und wer von den beiden bist jetzt du?


Bei dem Bart....?
Da tipp ich doch mal auf den Herren links im Bild!

Grüße
Monika




na dann schau Dir mal die beiden Nasen an ...

Skoki Wan Kenobi (JePi-Ritter)

Falcone Offline




Beiträge: 94.548

11.11.2011 09:11
#36 RE: Meine Erste antworten

Spontan hätte ich auch auf den rechts getippt.
Bin gespannt auf das Outing

Grüße
Falcone

Brundi Online



Beiträge: 28.879

11.11.2011 09:12
#37 RE: Meine Erste antworten

Zitat von skoki d.e.


na dann schau Dir mal die beiden Nasen an ...



Jetzt, wo du es sagst...


Grüße
Monika

decet Online




Beiträge: 6.405

11.11.2011 09:15
#38 RE: Meine Dritte antworten

Ich war der ohne Bart. Aber, Martin, Du wolltest doch die Dritte auch noch sehen:



Uploaded with ImageShack.us

Meine ist die hintere. Das Moped ist ganz unspektakulär, aber auf das Bild bin ich einigermaßen eingebildet

- - - es wimmelt nur so von goldenen Schnitten

Dieter

Brundi Online



Beiträge: 28.879

11.11.2011 09:20
#39 RE: Meine Dritte antworten

Zitat von decet
Das Moped ist ganz unspektakulär, aber auf das Bild bin ich einigermaßen eingebildet


Von dem Moped sieht man ja auch fast nur die Silhouette!
Aber das Bild als solches ist absolut klasse!

Grüße
Monika

Falcone Offline




Beiträge: 94.548

11.11.2011 09:22
#40 RE: Meine Dritte antworten

Das ist auch ein sehr stimmungsvolles Bild. Sonne nach Regen und Fernreisegefühl.

Grüße
Falcone

decet Online




Beiträge: 6.405

11.11.2011 09:30
#41 RE: Meine Dritte antworten

Zitat von Falcone
...Sonne nach Regen...

Nönö - das, was auf der Straße so glänzt, ist die feine französische Art, Straßenschäden mit purem Bitumen auszuflicken
Ist aber immer noch besser als das griechische Rezept für prima ff. Straßenasphalt, die nehmen 99% Schotter, und nach zehn Jahren ist der Belag zu spiegelblankem Steinfußboden poliert... hält zwar ewig, ist aber bei Nässe schlimmer als Lehm (den ich in Norwegen fürchten gelernt habe). Andere Länder, andere Straßenbausitten.

Dieter

Falcone Offline




Beiträge: 94.548

11.11.2011 10:54
#42 RE: Meine Dritte antworten

Zitat
die feine französische Art, Straßenschäden mit purem Bitumen auszuflicken



Oha!
Meine Interpretation ist aber romantischer!

Ich Griechenland war ich noch nie, aber von den arschglatten Straßen hab ich schon gehört.

Grüße
Falcone

Sukasta Offline




Beiträge: 17.163

11.11.2011 12:27
#43 RE: Meine Dritte antworten

Mach weiter Dieter, das ist schön zu lesen.

 
 
 
Jrüße
Sukasta



Et es wie et es, et kütt wie et kütt, jede Jeck ist anders, drinkste eine met ...

truwi Offline




Beiträge: 1.775

11.11.2011 12:40
#44 RE: Meine Erste antworten

Zitat von Falcone


...und mit der beliebten Max-Box. Irgendwer hatte die ja sogar schon mal an der W, einer aus Berlin, glaub ich.





ton up grüße sagt

decet Online




Beiträge: 6.405

11.11.2011 15:03
#45 RE: Der Sepp antworten

Eigentlich muß ich jetzt mal dem Sepp - das war so was wie ein Ulf für Minderverdienende - ein längst überfälliges Denkmal setzen. Ein Kerl wie aus Allgäuer Wurzelholz, klein, gescheit, stämmig, bärenstark (er hob die BMW-Boxer allein aus dem Rahmen und setzte sie auf die Werkbank, ohne auch nur schneller zu atmen), und eine grundgute Seele.

Sein Brot verdiente er sich mit outgesourcten Aufträgen für Drehteile, die er in der mit seinem Bruder, dem Schoasl, gemeinsam genutzten Landmaschinen-Reparaturwerkstatt des elterlichen Hofes (am Finanzamt vorbei) an den Wochenenden produzierte. Die Butter und die Marmelade (oder in seinem Fall den Käs) aufs Brot verdiente er sich mit feiner Schrauberarbeit. Die für seinen Broterwerb angeschafften Maschinen und Werkzeuge waren natürlich für dieses zweite Standbein grad recht.

Ich war durch Zu- und Schadensfall auf ihn gekommen, über zwei Hörensagen. Der Horex-Leistner von Lindenberg, der uns die alten Seitenwagen verkauft hatte, wußte, daß der Bua z'Erpfting BMW-Einzylinder konnte, der wiederum verwies uns an den Sepp, weil er uns - zu Recht - als nicht zahlungskräftig einstufte. Und der Sepp machte bei der Erwähnung der Tuning-Künste des Erpftingers nur eine wegwerfende Handbewegung und grunzte "Dear macht se iebrscharf" (Der macht sie überscharf). Damit war auch seine Tuning-Philosophie klar umrissen: "Heba miassat se" (Halten müssen sie). Solides Handwerk, wenn auch sehr oft pfiffig und innovativ, war seine Stärke. Meistens.

Von ihm lernte ich die geniale Faustregel für die richtige Drehzahl der Drehbank: "Fimpftausad geteilt durch dr Durchmessr" (5000/Durchmesser). Er zeigte mir, daß man vor der Demontage des Kolbenbolzens mit dem Schaber den Grat entfernen muß, den der Sicherungsring an seiner Rille im Kolben aufgeworfen hat. Oder daß man bei den rollengelagerten Kurbelwellen bei jeder Motordemontage auch die Ölschleuderringe erneuern sollte, weil man sie nie ganz sauber kriegt. Wie man mit dem Hungergerät einen Ventilsitz perfekt herrichtet, und wie man die Walzen für ein absolut spielfreies Pleuellager mit der (japanischen Mitutoyo-) Meßuhr und einem Haufen Geduld aus der Tausenderpackung herausselektiert. Werkzeug hatte er nur das Feinste, und nicht wenig davon stammte aus Japan. "Vo deana g'schlitzaugata Hund kennat dia Unsriga no heifaweis leana" (Von den schlitzäugigen Hunden können unsere Leute noch jede Menge lernen). Ein gerissener Tank bekam von ihm die Expertenbehandlung: bis zum Rand voll mit Petroleum, mit dem Schweißbrenner kurz in den offenen Einfüllstutzen geleuchtet, bis eine rußende Flamme herausblakte, und dann seelenruhig am zischenden und blubbernden Tank eine perfekte Schweißnaht hingezaubert. Der Sepp konnte eben mehr als nur Brot essen.

Ja, dem Sepp seine Drehbank - oder besser -bänke… den Trick mit dem Vierkant hab ich übrigens auch von ihm. Mit meinem Praktikumsmeister hatte er als Lehrling am Schraubstock gestanden, aber dann hatten sich ihre Wege getrennt. Ich weiß nicht, wer von den beiden mehr verdiente, aber schlecht ging's dem Sepp nicht. Er besaß eine beeindruckende - legale - Waffensammlung, und wenn ihm irgendwas gefiel, dann kaufte er es. Eines Tages stand im Nebenraum der Werkstatt ein Ungetüm, halb so groß wie eine Schnellzug-Dampflok und doppelt so schwarz, eine Vorkriegs- Gustloff-Industriedrehbank, die er zum Kilopreis von 20 Pfennig dem Schrotthändler vom Schredder weggekauft hatte. Bett und Quersupport zeigten zwar Gebrauchsspuren, aber dank der schlauen Konstruktion beschränkte sich der Verschleiß auf austauschbare Messing- und Bronzegleitflächen. Deutsche Wertarbeit eben. Nur in dem Vielgang-Getriebe litten etliche wichtige Zahnräder unter fortgeschrittener Karies. Dank seiner guten Beziehungen zu Gott und der Welt konnte der Sepp aber passende Prothesen beschaffen, und jetzt mußte das Werk nur noch korrekt zusammengepusselt werden. Zu dritt standen sie um das geöffnete Getriebegehäuse, der Sepp, der Pflotterbaron, und der Rössler, seines Zeichens Meister der Lehrwerkstatt der Olympia-Schreibmaschinenfabrik in Kaufbeuren (und Kawasaki-Mach III-Fahrer). Alles war richtig zusammengebaut, nur die zwei Schaltmechaniken, eine Lochscheibe, die diverse Stangen freigab oder blockierte, und eine Zahnstange, welche die Bewegung der Stangen bewerkstelligte, verweigerten standhaft die Zusammenarbeit.

Ich, der Student, stellte mich unauffällig dazu und linste auch in das ölglänzende Rädermassengrab. Einige Minuten aggressiven Hinguckens später machte ich den zaghaften Vorschlag, die Zahnstange doch in die andere Endstellung zu bringen… Der Rössler widersprach, ich meinte noch mal, da fuhr mich der Baron an: "Halt Dich da raus, wenn Erwachsene arbeiten!" und der Sepp ruckte unmerklich mit dem Kopf in Richtung der beiden anderen und blickte mich warnend an. Aha. Na dann macht mal schön, dachte ich, und ging zum Wirt auf ein Weizen.

Als ich wieder kam, hatten die beiden Ratgeber aufgegeben und sich verkrümelt, und die Drehbank war immer noch nicht in Betrieb. Der Sepp grinste mich an und fragte scheinheilig: "Hettsch Du au no a Idee?" (Hättest Du auch noch eine Idee?) Zu zweit machten wir uns noch mal ans Werk, es dauerte dann schon noch eine Stunde, weil die richtige Ausgangsstellung der Zahnstange eben keine der beiden Endstellungen war, sondern zwei Zähne von der Endstellung entfernt… als wir's endlich gefunden hatten, sahen wir auch den markierten Zahn. Der Rössler und auch der Baron haben allerdings nie erfahren, daß ich Recht gehabt hatte.

Auf dieser Drehbank (mit sagenhaften 600 mm Spitzenhöhe) konnte der Sepp dann auch solche Scherze machen wie Bremstrommel-Ausdrehen meiner neu eingespeichten 19-Zoll Räder. Mit Reifen drauf.

Die Gustloff-Bank hatte auch als Zubehör ein mächtiges Vierbackenfutter, das dem Sepp einige höchst lukrative Aufträge einbrachte. Einige Jahre später hatte die Bank allerdings ausge- und ein Vielfaches ihrer Anschaffungskosten verdient. Stolz konnte mir der Sepp eines Samstags die nagelneue, hochmoderne Drehbank zeigen, deren Vorzüge ihm in Zukunft das Leben leichter und einträglicher machen sollten. Das Vierbackenfutter der alten Gustloff-Bank paßte allerdings nicht auf die Spindel der Neuen. Der Sepp nahm kurz Maß, dann drehte er das Röhm-Dreibackenfutter ganz weit auf, und spannte den zylindrischen Ansatz des Vierbackenfutters ein wie ein Werkstück. Probeweise drehte er die Spindel mit der Hand, das lief ganz sauber rund, noch einmal mit dem Futterschlüssel anziehen, bis es knirschte: "Siehgsch, dau derfsch koi Dummr it sei" (Siehst Du, da darf man nicht blöd sein). Und schickte mich erst mal heim, weil er noch Brot verdienen mußte.

Am Sonntag Nachmittag um drei durfte ich wieder kommen, bis dahin wollte er seinen Auftrag weggearbeitet haben. Als ich in die Dreherei trat, war es ganz still. Der Sepp saß auf einem Schemel und war auch still. "Griaß Di!" begann ich zaghaft. Irgendwas stimmte nicht. Er sah mich an, lehmfarben sein sonnengebräuntes Gesicht. "Kasch mr zum Geburtstag gratuliera" (Du kannst mir zum Geburtstag gratulieren) murmelte er schließlich. "Da luag amal na" (Da schau hin). Ich schaute und verstand nichts. Dann sah ich es. Im Bett der neuen Bank war eine tiefe Kerbe, ein etwa 5 cm großes Stück war herausgebrochen, das riesige Vierbackenfutter lag hinten im Eck, und in der Wand prangte eine tiefe Schmarre, in der man ein paar zerschmetterte Ziegel sah. Ich blinzelte. Der Sepp zeigte mit Daumen und Zeigefinger: "So a Schtuck vo meim Grind isches vorbeig'floga" (So nah ist es an meinem Schädel vorbeigeflogen). Das Futter hatte sich bei 4000 U/min aus der Einspannung gelöst, war ins Bett geknallt, abgeprallt, und haarscharf am linken Ohr vom Sepp vorbei hinter ihm in die Wand geschlagen. "I mach heid nix meah. Doch, eppes mach i no. An reachta Adapter fier des Futtr" (Ich mache heute nichts mehr. Doch, eine Sache mache ich noch. Eine ordentliche Aufnahme für das Futter).

Und der wurde dann auch sehr solide. Wenn der Sepp was machte, dann machte er es ordentlich. Meistens.

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