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Dieses Thema hat 207 Antworten
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 Reiseberichte / Motorradgeschichten
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Serpel Offline




Beiträge: 39.933

04.12.2014 06:55
#16 RE: 3. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Zitat von Falcone im Beitrag #15
Aus einer einen Spalt offenen Garage lugt eine Oldtimer-Stoßstange, die mir irgendwie bekannt vor kommt. Ich komm ums Verplatzen nicht drauf …


Na, findet ihr es heraus?

Erinnert im ersten Moment zwar überhaupt nicht daran, aber ich denke, es ist eine DS von hinten. Auch der Auspuff passt. Und auch, dass der Wagen so tief auf dem Boden hockt.

Gruß
Serpel

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

04.12.2014 07:22
#17 RE: 3. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

So ist es.
Ich war selbst über mich etwas erschrocken.

Grüße
Falcone

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

04.12.2014 09:05
#18 4. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Vierter Tag – Samstag, der 2.8.2014

Am nächsten Morgen geht es am River Lune entlang zum Fährhafen der Steam Package Company in Heysham, etwa 10 Kilometer entfernt. Wir hatten kein Frühstück und gingen davon aus, dass man am Fährhafen etwas zu essen bekommen kann, zumal da ja auch noch eine Bahnlinie endet. Alternativ wollten wir die Tickets besorgen und dann noch mal in den Ort fahren, um dort zu frühstücken.


Steam Package Company Hafengebäude

Obwohl außen eine Öffnungszeit von 9.00 Uhr dran steht, ist um 9.30 Uhr noch alles geschlossen. Es fängt an zu nieseln. Erst etwa eine Stunde später werden die Türen geöffnet.
Wir kaufen die Tickets für satte 229 Pfund!
Der Kiosk, an dem man etwas zu essen bekommen könnte, ist noch geschlossen.
Da das Wetter nicht gerade Lust dazu macht, noch mal los zu fahren, fahre ich die Motorräder eine Rampe hinauf in den Bahnhof und stelle sie unter Dach ab. Mit der zeit gesellen sich immer mehr Motorradfahrer hinzu, auch ein Zug trifft ein und die Halle füllt sich. Wir lernen ein Ehepaar aus Braunschweig kennen, dass mit einer BMW RT unterwegs ist. Einem Angestellten der Fährgesellschaft fallen meine Reservekanister an den Koffern auf. Ziemlich barsch fragt er, was da drin ist. Wenn ich gewusst hätte, was Himbeersaft auf Englisch heißt … So antworte ich wahrheitsgemäß: Benzin. „Das geht nicht! In den Tank füllen oder ausleeren!“ Hm, dumm, das wir vor kurzem noch getankt haben. Auch auf dem Hauptständer stehend und bis zum Stehkragen auffüllend bekomme ich nur noch gut einen Liter in beiden Ws unter. Ich frage den Braunschweiger, ob er noch Platz im Tank hat. Er ziert sich erst ein wenig, dann füllen wir das Benzin rein. Fast alles findet Platz. Der Rest bleibt halt in dem Kanister.


Der dazugehörige Bahnhof


Motorräder sammeln sich unter dem Dach – in der Mitte die Braunschweiger BMW

Inzwischen hat der Kiosk aufgemacht und Falconette und der Braunschweiger stellen sich an. Er will uns die beiden Kaffee bezahlen – für das Benzin. Ich lehne zwar ab, aber er macht es trotzdem und hat mit etwa 6 Pfund die teuersten 2,5 Liter Benzin seines Lebens gekauft und guckt auch etwas verdutzt. Na ja, ich revanchiere mich später auf der Fähre. Dann passt es wieder.
Ich erzähle, dass ich auch lange in Braunschweig gelebt habe, und da wir nahezu gleich alt sind, bleibt es nicht aus, dass wir schnell gemeinsame Bekannte entdeckt haben. Von einem kommt es zum anderen, sogar den derzeitigen Mann einer früheren Motorradfreundin kennt er, den ich wiederum auch kenne, und seine Frau wundert sich nur darüber. Und ich erfahre von einigen Jugendfreunden, was aus ihnen geworden ist.
Auch erfahren wir, dass er tags zuvor durch den Lake Distrikt gekommen war und den Hardknot nicht geschafft hat. Die BMW konnte er wohl in einer Kurve plötzlich nicht mehr halten und sie sind gestürzt. Das größte Problem war es, sie auf der enormen Steigung wieder aufzurichten. Eine Fußraste musste anschließend auch noch geschweißt werden.
Die Zeit geht dank der Erzählungen sehr schnell rum und schon (13:30 Uhr) dürfen wir auf die Fähre. Die Motorräder werden zwar nicht mehr wie früher mit einem Tau zusammengebunden und per Kran auf das Schiff gehievt, aber sie werden noch fachmännisch mit Seilen verzurrt – keine Spanngurte!


Verzurrte Motorräder auf der Fähre

Auf der Fähre gibt es dann erst mal was zum Essen, zusammen mit unserer neuen Bekanntschaft:




Henny findet an Deck schnell neue Freunde, während ich …


… über die unzähligen Windkraftwerke und …


… die vielen Bohrinseln staune.


Blick zurück nach England und …


… Blick nach vorne auf Douglas

Während der ganzen Schiffsfahrt hat es nicht mehr geregnet, allerdings hängen dicke Wolken über der Promenade von Douglas:



Jeder echte Motorradfahrer hat ja schon mit der Muttermilch das Wissen aufgenommen, dass man auf der Isle of Man als allererstes zur Fairy Bridge fährt, um dort den Gruß an die unter der Brücke wohnende Feen und Kobolde zu erbringen.
Neulinge halten dazu an der Brücke an, steigen ab und sagen laut „Greetings to the little men!“ Das bringt nicht nur Glück während des Aufenthaltes auf der Insel, sondern auch im weiteren Motorradfahrerleben. Wichtig ist, jedes Mal, wenn man Fairy Bridge überquert, diesen Gruß zu erneuern. Kennen einen die Brückenbewohner schon, reicht es aus, sich kurz mit dem Finger an den Helm zu tippen oder zu nicken.


Fairy Bridge

Genauso machen wir es natürlich auch und entsprechend Klacksens genauer Beschreibung aus den 60er Jahren im „Das MOTORRAD“ ist es recht leicht, die unter Bäumen versteckte unauffällige Brücke zu finden. Zudem hängen dort Bilder, Karten, Helme und anderes in den Bäumen, so dass man sie heutzutage kaum verfehlen kann. Wir schauen uns ein wenig um, wohl wissend, dass man keinesfalls unter die Brücke schauen darf! Gerne hätte ich jetzt eine Erinnerungskarte von Bruno dabei gehabt. Ich bin mir sicher, es hätte ihn gefreut, wenn ich die dort aufgehängt hätte.
Ach ja, beobachtet mal die Autofahrer: Sie heben tatsächlich einen Finger oder nicken kurz, wenn sie über die Brücke fahren.

Auf der Fahrt zur Brücke haben wir kurz zuvor ein Hinweis auf ein Motel gesehen, außerdem auch nahe bei der Brücke ein Schild mit der Aufschrift Murray Museum. Zu dem Motel fahren wir zurück und bekommen auch ein schönes kleines Häuschen, das wir für drei Nächte mieten. Die Fee bringt uns also schon Glück.


Wir beziehen uns Häuschen in Stanton

Nachdem wir uns eingerichtet haben, fahren wir zurück nach Douglas. Wir müssen uns ja in den nächsten Tagen selbst versorgen, lediglich ein Frühstück gehört zum Haus.
Wir schauen uns kurz am Hafen am River Douglas um, fahren dann weiter zum Tesco-Supermarkt.


Hafen Douglas


Ja, was nehme ich denn jetzt?


Das jedenfalls nicht!


Verstauen der Beute

Auf dem Parkplatz fallen uns noch ein oller Käfer auf und ein mit einem Rollstuhl befahrbares Vehikel auf BMW-Boxer-Basis:





Anschließend fahren wir auf die andere Seite des Hafens, wo wir vorhin schon ein paar Lokale erspäht hatten. Das Wetter hat sich auch gefangen, die Abendsonne kommt sogar durch.





Wir laufen erst mal am Kai entlang, an dem auch Palmen wachsen und betrachten uns die Häuser und vor allem auch die ausgehängten Speisekarten



Dann entscheiden wir uns für ein gemütliches Etablissement und genießen unser feines Essen.


Doch, es hat wirklich gut geschmeckt, auch wenn Falconette noch etwas skeptisch schaut: Avocado auf Couscous und Steak Gammon


„Zu Hause“ in unserem Motel, im Fenster ein Vorrat verschiedener Ginger Ales und -Beers, die wir beide sehr lieben. Nicht zu vergleichen mit dem Schlabberzeugs, das Schweppes hierzulande anbietet.


Karte 4. Tag

Grüße
Falcone

PepPatty Offline




Beiträge: 4.816

04.12.2014 09:30
#19 RE: 3. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Das hier ist mein liebster Adventskalender!!

Sehr kurzweilig geschrieben und schöne Fotos dabei!!!
Wunderbar!!
Danke Falcone!!

...auch für den Schuss Muttermilch!!!
Der fehlte mir als Greenhorn noch!!

Ich freue mich schon auf Morgen!!

Grüße PepPatty

Wisedrum Online




Beiträge: 3.796

04.12.2014 09:39
#20 RE: 3. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Lese Deine(n) Reisebericht(e) mit großer Freude,
eine schöne Bereicherung der Adventszeit.

Habe selbst einmal den Süden Englands durchstreift, mit dem Auto.
Vieles rufen Deine Schilderungen wieder in Erinnerung.

Wisedrum

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

04.12.2014 10:21
#21 RE: 3. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Das freut mich.
Mit dem Süden Englands schließen wir unsere Tour dann ab, also noch ein wenig Geduld

Im 2009er Reisebericht haben wir ihn aber auch schon mal beschrieben. Ich befürchte nur, da sind inzwischen auch die Fotos verschwunden.

Grüße
Falcone

Brundi Online



Beiträge: 28.888

04.12.2014 11:47
#22 RE: 4. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Zitat von Falcone im Beitrag #18
Ja, was nehme ich denn jetzt?
Das jedenfalls nicht!


Das untere natürlich! Made in Bremen und du hättest einen Schluck auf Brundi trinken können!

@Serpel: Die Antwort zum Autorätsel hatte ich ja eigentlich gestern schon erwartet.
Respekt, schließlich sah man auf dem Bild eigentlich nur ein Garagentor.

Grüße
Brundi

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

04.12.2014 11:53
#23 RE: 4. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Ich habe das eigentlich eher wegen des prohibitiven Preises nicht genommen. Auf dich hätte ich natürlich nur mit "eggnog" angestoßen

Grüße
Falcone

Serpel Offline




Beiträge: 39.933

04.12.2014 16:58
#24 RE: 4. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Zitat von Brundi im Beitrag #22
@Serpel: Die Antwort zum Autorätsel hatte ich ja eigentlich gestern schon erwartet.
Respekt, schließlich sah man auf dem Bild eigentlich nur ein Garagentor.

Ja, das war mal wieder eine großartige Leistung von mir …

Gruß
Serpel ()

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

05.12.2014 08:48
#25 5. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Fünfter Tag – Sonntag, der 3.8.2014

Pünktlich um acht klopft es an der Türe und das Frühstück wird gebracht, leider nur ein Continental Breakfast, bestehend aus zwei schlabberigen Brötchen und einem Croissant, dazu je zwei jam und zwei marmelade, Butter, Obstsaft und Obst. Den Nescafé machen wir selbst und ergänzen das Frühstück durch gestern eingekauftes Corned Beef und Käse.


Das ganze nehmen wir im Bett.

Um neun Uhr starten wir dann, es ist windig bei 15 Grad, wird aber sicher noch etwas wärmer. Hauptsache, es regnet nicht!


Die Rösser stehen bereit

Wir fahren nach Süden und erreichen als erstes Castletown


Burganlage in Castletown, genannt Castle Rushen

Castletown ist schon ca. 1000 Jahre alt und war lange Zeit der Regierungssitz der Insel. Die Burg stammt aus der Zeit, als die Insel zu Norwegen gehörte.


Der innere Hafen ist leider derzeit Opfer der Ebbe und sieht nicht sonderlich schön aus.


Am Marktplatz hinter der Burg steht eine große Säule, die an Colonel Cornelius Smelt erinnern soll.
Ob er selbst mal oben drauf stand? Vermutlich ist ihm langweilig geworden und er ist einfach gegangen.


Bei diesem markanten Gebäude sind wir am raten, was es sein könnte, es entpuppt sich als ehemalige Kirche, Old St Marys Church, die aber heute Büroräume beherbergt.


Wir fahren weiter an der Südküste entlang, eine sehr flache und nicht sonderlich spannende Gegend.


Im Hintergrund sieht man den kleinen Ort Port St. Mary.


Oberhalb von Port St. Mary wird es hügeliger, die Straßen sind sehr schmal und wir kommen in ein Dörfchen, in dem die Zeit stehen geblieben ist: Cregneash




Die W vor Cregneash


Bewohnte reetgedeckte Häuser.


Manches wird aber offensichtlich nicht mehr gebraucht


Liebevoll gemalte Schilder


Scheint noch in Betrieb zu sein.


Die Dorfkirche


Schönes Haus


Bauerngarten


Altes Gehöft


Bewirtschaftetes Gehöft

Das Dorf ist eine interessante Mischung aus bewohnten, bewirtschafteten Häusern und welchen, die schon ins Museale übergegangen sind. Alles ist aber noch gut erhalten und wird offensichtlich auch gepflegt, auch wenn es leer steht. Es macht uns Spaß, durch das Dorf zu schlendern, vor allem, als wir diesen Kerl hier treffen:



Jetzt wird es richtig spannend!

Ist es einer?

Na?

Ja, wahrhaftig!


Ein echter Manx-Kater!
Sogar ein Rumpie!
Darüber haben wir uns sehr gefreut, denn sie sollen inzwischen recht selten geworden sein.


Wir fahren noch ein Stück weiter auf die Südspitze zu und …


… am Cinnamon Coach einen Rundumblick, der aber durch Diesigkeit etwas eingeschränkt wird.


Weiter geht es auf Sigle Track Roads nahe der Westküste weiter nach Norden


Port Erin ist unser nächstes Ziel, wo ein netter Manxman ein Foto von uns macht.


Von hier hat man einen Blick auf die gegenüberliegende Landzunge und sieht Millners Tower auf Bradda Head. Allerdings führt dort keine Straße hin.


Wir werfen noch einen Blick auf St.Catherines Church, fahren dann aber bald weiter. So besonders spannend fanden wir Port Erin nicht.


Bei einem kurzen Stopp sehen wir ein kleines Häuschen an der Küste.
Kurz darauf einen Wegweiser Niarbyl Café. Der Weg könnte, ja müsste eigentlich direkt zu dem Haus führen. Wir biegen ab.

Tatsächlich kommen wir zu dem Haus, welches auch das Café ist, die Straße geht aber noch weiter, zwischen den Klippen hinunter fast bis ans Meer. Hier erreichen wir einen ganz winzigen Hafen mit einen neueren und einem ziemlich alten Haus.
Auch eine Kanone ist in die Hafenmauer eingemauert. Das ganze scheint also schon ziemlich alt zu sein.


Altes Haus am Hafen


Kanone mit etwas Flugrost


Mittlerweile hat es sich ziemlich zugezogen und es ist kühl geworden, Wir freuen uns also auf einen Kaffee.


Ein Auto steht da, die Türe ist tatsächlich offen, aber wir sind die einzigen Gäste.


Gleich im Eingang hängt ein altes Foto. Es zeigt das Haus unten am kleinen Hafen, wo wir vor wenigen Minuten noch waren.


Mit einem tollen Blick auf das Meer lassen wir uns zwei Cappuchini schmecken


Anschließend machen wir noch einen Gang um das Haus. Auch in der Gaube oben im Dach hätten wir sitzen können. Das nächste Mal …


Leider erfolglos versucht sich Falconette im Whalewatching.

Wir nehmen unsere Inselrundreise wieder auf und kommen nach Peel. Bei diesem Namen bekommt jeder Kleinwagen-Freund glänzende Augen und wird ganz aufgeregt. In dieser Stadt wurde das kleinste Serienauto aller Zeiten hergestellt, der Peel P50

Zuerst fahren wir raus zur alten Wikingerburg Peel Castle. Innerhalb der Burg befindet sich noch die Ruine einer Kathedrale. Wir haben aber keine rechte Lust zu einer ausführlicheren Besichtigung, treiben uns etwas auf der Mole herum und fahren dann in die Stadt. Schon von weitem kann man sehen, dass irgendeine Feier dort stattfindet, ein großer Rummel.
So ist die Stadtmitte auch gesperrt und am Strand sind Fahrgeschäfte aufgebaut.
Gleich am Ortseingang sehen wir ein kleines Schild „Peel Museum“, dem wir folgen. Es ist ein klitzekleines Haus, das tatsächlich im Wesentlichen der Firma Peel gewidmet ist, aber auch anderen Themen rund um den Verkehr in Peel. Es besteht nur aus zwei kleinen Räumen. Ältere Herren haben diese liebevoll zugestopft und stehen auch Rede und Antwort. Ich erzähle, dass ein Freund Kleinwagen sammelt und prompt erhalte ich einen Schlüsselanhänger und eine Audio-CD über Peel. Die sind jetzt bei Zephyr in guten Händen.
Man bedauert sehr, dass man mir keinen Peel vorführen kann. Ich hätte nämlich Pech im Glück. Derzeit sei zwar gerade ein Peel-Treffen hier in der Stadt, aber dummerweise sind die Microcars derzeit alle auf Ausfahrt und vermutlich gerade auf der anderen Seite der Insel. Auch der P50, der sonst im Museum steht, ist mit unterwegs.
Tja, also kein Foto oder gar eine Probefahrt in einem Peel. Da kann man nichts machen.
Zu Hause in Deutschland lese ich dann in der Markt, dass die Kleinen in Douglas waren und mit dem Dampfzug nach Port Erie gebracht worden sind, um von dort weiter nach Peel zu fahren.
Wir stöbern noch ein wenig im Museum herum und sehen uns ein paar Oldtimer an, die im Ort parken. Da wir auf Rummel keine Lust haben, fahren wir weiter. Zuvor müssen wir aber noch einigen motorradbegeisterten älteren Herren das woher und wohin erläutern und fragen zu dem Motorrädern beantworten, vor allem letztere stoßen auf großen Interesse und werden intensiv mit britischen Produkten verglichen: „i´ve heard, this Dubbelju ist more durable than a Triumph …“
Wer wird einem Gentleman widersprechen?


Burganlage bei Peel


Hafeneinfahrt Peel


Mole vor Peel


Parkplatz in Peel – das kleine Haus in Bildmitte ist das Manx Transport Heritage Museum


Wenigstens läuft ein Film über Peel, auf dem Bildschirm der „große“ Zweisitzer


Obwohl das Museum so klein ist, kann man viel Zeit verbringen mit Stöbern


Auch der leibhaftige George Shuttleworth Speed Demon steht dort


Und das E-Bike Manttx vertritt die Neuzeit.


Die Frühzeit von Peel: Motorradverkleidungen


Und die Peel Autoproduktion


Als wir gerade losfahren, kommt noch dieser nette ältere Herr in seinem Bullnose angeschnuffelt. Die Insel hat offensichtlich eine sehr rege Oldtimerszene.

Die nächste Ortschaft, in der wir kurz anhalten, ist Kirk Michael, wo wir auch auf den Mountain Course treffen. Ich muss sagen, mich beschleicht schon etwas Ehrfurcht, nun ein Stück der berühmtesten und berüchtigsten Rennstrecke der Welt unter die Räder nehmen zu können.
Aber erst mal erfreuen wir uns an diesem netten Smart:



Auch nutzen wir die Gelegenheit für ein kleines Geschäft, wobei die Pictogramme sich als äußerst hilfreich erweisen:






Erst mal kurz innehalten: Das ist also jetzt der Mountain Course …
Na, dann mal los!

Nur wenige Kilometer später wird es mir schon wieder ganz anders. Vermutlich wohl der berühmteste Punkt an der Strecke: Ballaugh Bridge, an der die Rennfahrer unglaubliche Sprünge vollführen und an der 1939 Karl Gall den Tod fand. Auch erinnern wir uns an den erst wenige Wochen zurückliegenden Todessturz von Bob Price, der in der letzten Sekunde seines Lebens genau das sah, was wir hier auf dem Foto sehen:



Wir werden eine Weile ganz schweigsam.



Aber es geht ja zum Glück meistens gut und dann kann man die fantastischen Sprünge http://www.gaskrank.tv/tv/racing/flugsho...e-mega-satz.htm hier hautnah erleben.


Wir verlassen die Rennstrecke hier erst mal wieder und biegen in die kleine Straße im Bildhintergrund ab, um den Nordzipfel der Insel zu erkunden. Nach nur etwa sieben Kilometern sehen wir eine graue Halle, an der – nicht sonderlich auffällig – ein Schild „Jurby Transport Museum“ hängt.



Das macht uns natürlich neugierig. Wir sind die einzigen Besucher, aber einige Herren werkeln an den Exponaten und die Frauen haben Tee und Kuchen vorbereitet. Es ist alles sehr familiär. Die meisten ausgestellten Fahrzeuge sind Nutzfahrzeuge, Busse, Lastwagen Bahnen, in der Regel von der Isle of Man oder mit Bezug dazu.
Besonders fasziniert uns eine Raumkapsel. Unglaublich in welcher Enge, liegend mit angezogenen Beinen, die Astronauten darin verbringen müssen. Ich glaube, ich würde da nicht mal bei geöffneter Türe einsteigen wollen.





Wir erfahren in diesem Zusammenhang, dass es auf der Isle of Man ein privates Raumfahrtunternehmen gibt, welches diese Kapsel als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat.

Auch ein etwas seltsames Motorrad erweckt meine Aufmerksamkeit. Unverkennbar mit einer Hayabusa verwandt, trägt es jedoch statt einem Vierzylinder einen Dampfkessel unter der Verkleidung!


https://www.flickr.com/photos/keltruck/s...57642971066714/


Blick in die Halle


Isetta mit Erstauslieferung Man, mit vier Rädern(!)


Pferdebahnwagen


Dampfautomobil von White

Gleich neben der Halle befindet sich noch eine Gokart-Bahn und auf deren anderen Seite ein sternförmiges Gebäude hinter hohen Mauern: Jurbish Prison


Gokart-Bahn und das Gefängnis im Hintergrund

Wir nehmen die Tour wieder auf und sehen schon nach wenigen Kilometern die Nordspitze der Insel vor uns liegen. Da wir etwas Ruhe haben wollen, biegen wir schon ein Stück vorher von der Hauptstraße ab und fahren zum Strand. Mittagspause ist angesagt.
Tatsächlich ist der Strand menschenleer, die Sonne scheint, es geht ein leichter Wind und wir legen uns ins Strandgras.




Das Foto von uns hat eine vorbeistreunende Manx-Katze gemacht.


Der Coast Road im Bogen folgend steuern wir wieder auf die Mountains zu.
Die Landschaft ist hier noch eher flach und von Landwirtschaft geprägt, allerdings wirkt die Gegend auch ziemlich verlassen.


Im Hintergrund der Snaefell, leider schon wieder in dicken Wolken. Das Wetter wechselt wirklich halbstündlich. Aber von Regen sind wir bislang verschont geblieben. Schaun mer mal …

Wir erreichen Ramsey, die zweitgrößte Stadt der Insel, und halten am Hafen. Noch nicht richtig von den Motorrädern herunter, werden wir mit lautem Hallo begrüßt. Hartmut und Evelyn, unsere Braunschweiger Bekanntschaft von der Fähre, wohnen hier. Sie haben eine Cousine besucht, die sie nach 40 Jahren zum ersten Mal wieder gesehen haben. Da man anfangs noch etwas fremdelt, hat man doch lieber mal ein Zimmer genommen. Der Mann der Cousine hat ein ganzes Haus voller Motorräder, so bekommen wir erzählt. Was es alles gibt! Leider wurde ich nicht eingeladen, sie mal anzusehen. Wir schwatzen noch eine Weile, schauen uns den Hafen an und gehen in einen Andenkenladen und leisten uns ein feines Eis, das mit „best Icecream of IOM“ beworben wird.


Drehbrücke am Hafen von Ramsey


Ramsey West Quai


Sympathischer Fischerkahn. Wieso muss ich bei der Nummerntafel nur sofort an Pele denken?


Parliament Square in Ramsey mit …


… hübschem Werkzeug- und Haushaltswarengeschäft, leider geschlossen. Man hätte bestimmt einen schönen zölligen Schlüssel kaufen können.

Hatten wir in Ramsey noch Sonnenschein, so kippte das Wetter bei der Weiterfahrt schnell. Es fing an zu nieseln.
Nach knapp 15 Kilometern erreichten wir das Laxey Wheel, ein großes Wasserrad und für viele das Wahrzeichen der Insel. Zumindest trägt das Rad die größte Darstellung des Man-Dreibeins auf seiner Ummauerung. Das Wasserrad, auch Lady Isabella genannt, ist mit 22 Metern Durchmesser das größte in Europa und diente früher zur Entwässerung eines Bergwerks. Von Laxey führt auch die Bahnstrecke der Mountain Railway zum Mount Snaefell.



Da es stärker zu regnen anfing, schauten wir uns das Rad nur kurz an und verzichteten darauf, auf es hinaufzuklettern, gingen stattdessen lieber auf eine Tasse Kaffee in die alte Kornmühle. Einen typischen englischen leckeren Kuchen (White Millionaire Shortbread) gab es zu meiner Freude auch dazu.


Die alte Kornmühle, die jetzt ein Café und Imbiss beheimatet.

Als der Regen etwas nachließ, fuhren wir weiter nach Douglas und …


Blick auf die Strandpromenade von Douglas

… kommen an der Endstation der Manx Electric Railway vorbei, die von hier die 27 Kilometer nach Ramsey fährt und auf halben Weg dorthin in Laxey auch einen Abzweig hinauf zum Mount Snaefell hat, wobei dies dann, genau genommen, die Snaefell Mountain Railway ist.
Die Manx Electric Railway ist ca. 130 Jahre alt und betreibt angeblich die ältesten noch betriebsbereiten Straßenbahnfahrzeuge der Welt.





Als wir noch ein bisschen beim rangieren zuschauen, kommt von der anderen Seite, von der Stadtmitte her, die Pferdebahn, gezogen von einem stattlichen Shire:



So herrscht in Douglas zwar ein reger Nahverkehr, alles aber äußerst gemütlich und gelassen.

Wir fahren erst mal zum Motel nach Stanton, machen eine kurze Pause, ziehen uns etwas legerer an, um dann noch mal nach Douglas zurückzukehren. Als ersten flanieren wir an der Strandpromenade entlang, die doch ganz schön lang ist und schauen uns ein paar Geschäfte an. Das Wetter hält sich leider nicht und so kehren wir mangels auf die Schnelle gefundener Alternative in einer Pizzeria ein, die ganz schon voll ist. Ein Plätzchen für zwei Personen findet sich und wir beobachten die Gäste. An den Wänden gibt es überall Fotos mit Bezug zu den TT Races zu sehen. Viele bekannte Rennfahrer haben sich hier mit Autogrammen verewigt.


An der Strandpromenade


Krieger mit Helmschmuck


Wetterfester Manxman


Wetterfester Manxwagen


An dieser Uhr kann man sich sicher prima verabreden, wenn es nicht gerade regnet –wir suchen lieber die Pizzeria rechts im Bild auf.
Erstaunlicherweise kommen wir so gegen 22 Uhr trocken ins Motel zurück, obwohl wir uns auf dem Heimweg noch mal verfahren. Die Schilder des Mountain-Course am Straßenrand machen mich stutzig und als dann auch noch Peel näher kommt, bemerken wir den Irrtum. Über Single Track Roads finden wir dann zum Motel und lernen so noch ein Stück des Landesinneren kennen.

Grüße
Falcone

SR-Junkie Offline




Beiträge: 3.335

05.12.2014 09:14
#26 RE: 5. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Sehr nett da.
Ich glaub, ich muss mich doch mal zu einer W-anderwoche mit meinem engl. Cousin verabreden.
Obwohl das mit dem Fahren auf der 'falschen' Seite ...

SR-Junkie - 1 kick only
heizt Du noch, oder W-andeSRt Du schon?

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

05.12.2014 09:33
#27 RE: 5. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Zitat
Obwohl das mit dem Fahren auf der 'falschen' Seite ...



... ist mit dem Motorrad eigentlich gar kein Problem.

Grüße
Falcone

Brundi Online



Beiträge: 28.888

05.12.2014 10:00
#28 RE: 5. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Boah, Falcone, im Sommer hattest du aber einen rasanten Haarschnitt. Im Vergleich dazu trägst du aktuell ja schon fast einen Hippie-Look!

Grüße
Brundi

Falcone Offline




Beiträge: 94.551

05.12.2014 10:05
#29 RE: 5. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Sommerfell, Winterfell - wie jedes Jahr. Ich bin halt ein Naturbursche.

Grüße
Falcone

Brundi Online



Beiträge: 28.888

05.12.2014 10:14
#30 RE: 5. Tag - Isle of Man, Irland, Schottland, Wales 2014 antworten

Die Bilder von der Insel wird wirklich toll!

Grüße
Brundi

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