Schöne Route! Aber muss man das mit 100 anderen Verrückten machen? Jedenfalls danke für deinen Bericht mit den schönen Fotos. Bin gespannt, was du aus Marocco zu erzählen hast. Gruss, Reinhold
Ich habe deinen Reisebericht genossen, aber solch eine Gruppe wäre nicht meins. Ich bin da doch ganz froh, dass ich die Tour von der Süd- zur Nordspitze alleine nur mit Falconette gemacht hatte.
Start am südwestlichsten (allerdings illegal) noch befahrbaren Zipfel in der Nähe von Lands End
Und ein Rückblick vom nördlichen Punkt John o´Groats auf zurückliegende 874 Meilen oder 1407km (nun gut, tatsächlich waren es ein paar mehr )
Guten Morgen Britain Damit ist der eigentliche Teil der Rally vorbei.
In der erwähnten Turnhalle gibt es noch ein letztes Frühstück, danach beginnt der gemeinsame Ritt nach Inverness. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass da alle 100 brav hintereinander herfahren. Mal abwarten und zunächst frühstücken.
Wie erwartet, löst sich das ganze nach dem Frühstück teilweise auf, d.h nicht alle warten auf den "großen" Run nach Inverness. Auch ich verabschiede mich von meinen Mitfahrern und meinen Zeltgenossen und fahre teils an der Kiste und teils durch Innenland nach Süden.
Die Bucht Cromarty Firth – Blick Richtung Inverness
Die Bucht Cromarty Firth – Blick Richtung Norden
Die Bucht Cromarty Firth – Mittlerweile fast vollständig zur Werkbank für die Ölindustrie verkommen
Dieser Abschnitt gehört „theoretisch“ auch zum Verlauf der NC500, kann es aber mit der Schönheit der Landschaft im Norden und insbesondere im Westen nicht aufnehmen.
Mein heutiges Etappenziel liegt daher wieder in einer der schöneren Landschaften Großbritanniens, in den Cairngorms, genauer im Cairngorms National Park.
Nachdem der einzige Punkt, den ich in Inverness anlaufen wollte, das Castle, wegen Renovierung geschlossen ist, bin ich jetzt auf der "falschen" Seite von Loch Ness unterwegs. Die Straße ist wunderschön und einsam, weil der Nessi-Trubel auf der anderen Seite stattfindet.
Auf der östlichen Seite von Loch Ness
Auf der östlichen Seite von Loch Ness
Die heimlichen Hauptdarsteller der Highlands - Highland Cows
Die Straßen durch die einsame Heidelandschaft sind meine absoluten Favoriten, hier habe ich wer weiß wie oft schon angehalten und fotografiert und jedes Mal ist das Licht anders.
Bei Cock Bridge
Für heute Nacht habe ich mir wieder ein klassisch-britisches Landhotel ausgesucht. Nahe Ballater gelegen, ist es nur einen Steinwurf entfernt von Balmoral Castle.
Meine heutige Etappe führt quer durch den Cairngorms National Park bis zum Forth River. Ursprünglich wollte ich mal wieder In Edinburgh übernachten. Mittlerweile ist die schottische Hauptstadt im Sommer aber dermaßen überlaufen und damit ausgebucht und/oder teuer, dass ich mich für das pittoreske Queensferry entscheide.
Doch zunächst gibt es einen kurzen Fotostopp nahe Balmoral Castle. Ist 7 Tage die Woche offen, Besichtigung mit Motorrad Klamotten ist aber nicht mein Favorit.
Brücke über den Dee River nahe Balmoral Castle
Wenig später fahre ich durch Braemar und an diesem hübschen Castle vorbei, vermutlich gerade frisch weiß gestrichen.
Braemar Castle
Braemar Castle
Die Cairngorms gehören zu den kältesten Ecken Großbritanniens. Hier oben im Glenshee Ski Gebiet habe ich teilweise im Juni noch Schneereste an den Hängen gesehen.
Glenshee Ski Centre
Glenshee Ski Centre
Unterwegs in den Cairngorms
Unterwegs in den Cairngorms
Wie der Name vermuten lässt, war das kleine Städtchen Queensferry, bzw genauer South Queensferry früher mal bedeutend als Fährverbindung über den Firth of Forth. Die Fähre verkehrte wohl auch noch bis 1964, bis die Forth Road Bridge für den Straßenverkehr frei gegeben wurde.
Da bekommt der Begriff "unter der Brücke schlafen" eine ganz neue Bedeutung.
South Queensferry
South Queensferry
South Queensferry
South Queensferry
South Queensferry
Restaurant mit "table with a view"
Kein Hotel für Leute mit leichtem Schlaf – Scotisch Railway auf der Forth Bridge
Der Tag beginnt mit dem letzten „Full scottish breakfast“ in meinem Hotel unter der Brücke.
Von meinem Fenster beobachte ich dabei die Menschenmassen, die sich draußen drängeln. Bis mir im Hintergrund das Kreuzfahrtschiff auffällt. Queensferry ist offenbar der Anlande Punkt für die Kreuzfahrer und so fahren von hier aus zahllose Busse mit den Touristen nach Edinburgh.
Blick aus dem Breakfast Room
Blick aus dem Breakfast Room
Meine letzte Etappe auf britischem Boden führt mich quer durch die Lowlands und Northumberland bis zum Fährhafen Newcastle.
Wie viele Gegenden in Schottland, sind die Lowlands und insbesondere die Borders, also die Grenzregion zwischen Schottland und England, geschichtsträchtiger Boden.
Heute habe ich mir vorgenommen, neben der Jedburgh Abbey, die ich schon kenne, die Dryburgh Abbey und die Melrose Abbey zu besuchen.
Melrose Abbey
Melrose Abbey
Melrose Abbey
Scottish Borders – Drei Brücken über den Fluss Tweed (auf der dritten Brücke stehe ich)
Scottish Borders – Drei Brücken über den Fluss Tweed (auf der dritten Brücke stehe ich)
Nachdem Dryburgh Abbey nicht zugänglich war, war Jedburgh Abbey immerhin 2 aus 3.
Ab jetzt geht es ohne weiteren kulturellen Zwischenstopp nach Newcastle zur Fähre. Hier ist es immer noch kühl und es nieselt, die Hitzewelle auf dem Kontinent wird mich morgen früh bestimmt mit einem Faustschlag begrüßen.
Nun fährt man auf Empfehlung extra zu einem Fish and Chips Laden im Hafengebiet und dann hat der Montag geschlossen. Aber da es nebenan weitere Seafood-Läden gibt, gönne ich mir ein Crab-Sandwich und einen Kaffee.
Ist ganz lecker, aber weder Brötchen noch Krabbenfleisch kann mit einem Krabbenbrötchen an der Nordsee mithalten.
Fazit Ich habe nicht nachgezählt, wie oft ich jetzt schon mit oder ohne Motorrad in Schottland war aber jedes Mal gefällt es mir wieder und ich entdecke Neues und Unbekanntes.
Das Wetter ist wie es hier eben ist und meist unberechenbar. Bis auf die ziemlich verregneten beiden Tage während der Rally, hatte ich keinen nennenswerten Regen, die richtige Kleidung macht viel aus.
Es war die erste längere Tour mit meinem, neuen „kleinen“ Motorrad und sie hat absolut gepasst und mich nicht enttäuscht. Da ich dieses Mal Autobahn, zumindest „auf dem Kontinent“, konsequent vermieden habe, war die Kleine mit dem geringen Gewicht, leichten Handling und 42PS völlig ausreichend und hat, wie weiter oben schon erwähnt, auch mit der etwas engagierteren Gangart meiner Rally-Kollegen mithalten können. Insgesamt waren es mit An- und Abreise knapp 8.000km.
Die Erreichbarkeit der britischen Insel über Fähre oder Tunnel ist total entspannt und die Einreiseformalitäten trotz Brexit auch nicht schlimmer als vorher.
Das war sicher nicht meine letzte Reise zu den Briten. Und noch eine Anmerkung zu den Fragen rund um „warum macht man sowas“.
Meistens fahre ich mittlerweile alleine meine Touren, nicht zuletzt, weil 17 Jahre Tourguide immer mit Gruppen unterwegs sein hieß und ich mit mir alleine ziemlich gut auskomme.
Ab und zu finde ich aber solche „schrägen“ Sachen wie die ADAC-Moto-Klassik oder jetzt diese durch und durch britische Verrücktheit ganz spannend. Einerseits kommt so ziemlich schnell mit den anderen Teilnehmern in Kontakt (kaum zu vermeiden), andererseits spiegelt es den eigenen Blick auf andere Menschen(-Gruppen) und die eigenen Vorurteile. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit
Hallo Tom, danke für diesen tollen Reisebericht. Ich erinnere mich gerne an meine Schottlandreise mit dem Triumph Spitfire an der ich einige von dir benannten Streckenabschnitte ebenfalls befahren habe.
Jetzt freue ich mich schon auf deinen nächsten Reisebericht.
Grüße PeWe
..."ich weis längst, daß ich nicht Motorrad fahren kann, dass muß ich niemanden mehr beweisen!"