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Dieses Thema hat 24 Antworten
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 Reiseberichte / Motorradgeschichten
Seiten 1 | 2
Falcone Offline




Beiträge: 109.215

27.04.2016 10:20
Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Lust und Frust-Tour

Auch als PDF komplett zum Herunterladen unten als Dateianlage

Wird es ein paar zusammenhängend schöne Tage innerhalb der Osterferien geben?
Der Wetterbericht sagt zumindest eine regenfreie und teils sonnige Zeit vom Sonntag bis zum darauf folgenden Donnerstag im Südwesten zu. Und die wollen wir dann mal schnell für eine kleine Tour nutzen.

Samstag, den 2.4.2016 geht es los, nachdem sich der eigentlich angedachte Freitag als kalt und durchaus auch noch nass erwiesen hat. Morgens schaut noch Norbert rein, bringt ein altes Pferd vorbei, das bei uns Gnadenbrot bekommt und führt seine NeuerWerbung vor. Als es dann zum fortgeschrittenen Vormittag endlich etwas wärmer wird, starten wir.


Es geht los

Durch die frostigen Tage zuvor besteht die Befürchtung, dass im Hochtaunus noch mal Salz gestreut wurde, und so weichen wir etwas nach Westen aus, um dann weiter südlich an den Rhein zu fahren. Doch erst mal gibt es eine Rast an der Lahn und in der Sonne in Runkel an der Eisdiele. Wo sonst? Erstaunlich: Die anwesenden Nilgänse haben hier schon Junge!


Immer wieder Schön: Eisdiele Runkel


Lahnbrücke


Burg Runkel


Nilgänse an der Lahn

Aber statt kaltem Eis gönnen wir uns lieber einen heißen Kaffee – so warm ist es nun doch wieder nicht.
Von Runkel aus geht es dann südwärts, bis wir bei Eltville auf den Rhein treffen. Zum Glück ist es hier nicht mehr ganz so kalt, aber 14 satt 9 Grad sind auch nicht gerade das Optimum beim Motorradfahren. Da nützt auch der Sonnenschein wenig.
Dieser lockt allerdings Heerscharen von Motorrädern an die Rheinuferstraße, vorwiegend Gruppen von Harleys. Dank Saisonkennzeichen dürfen sie wieder, die schwarz uniformierten, dunkel bebrillten Herren.
Wir folgen dem Rhein bis Rüdesheim und setzen hier über nach Bingen. Eine Fähre, die wir noch nie benutzt haben.


Warten auf die Fähre


Bingen kommt näher

Ab hier geht es nun südwestwärts in Richtung Saarland. Aber erst noch durchteilen wir den Soonwald, den Klacks schon in seinen Motorradgeschichten als kalt und gefährlich beschreibt. Es wird auch gleich deutlich kühler und der Himmel zieht sich zu.
In Herrstein bekommen wir Probleme mit der dort eingefallenen französischen Soldateska und müssen unsere Fahrt für eine Weile unterbrechen. Den mit aufgepflanztem Bajonett erzwungenen Halt nutzen wir zum Verzehr eines feinen Stück Apfelkuchens in der Zehntscheune, die auch von den Bewaffneten besetzt gehalten wird.


Französisches Heer mit Kampfhund


Von allen Seiten – es wird bedrohlich.


Überall stehen sie oder …


… sitzen rum und saufen aus großen Gläsern.


Da abgelenkt vom Alkohol, können wir uns an ihnen vorbeischleichen und …


… im Café ein Stück Apfeltorte ergattern, bevor auch dieses erobert wird.


Herrstein ist ein schöner Ort und ohne Soldaten durchaus für eine Pause zu empfehlen.


Bald darauf treffen wir auf die Hunsrückhöhenstraße. Kann sich noch jemand an die Fernseh-Trilogie „Heimat“ in den 80er Jahren erinnern, den Bau dieser Straße als Hintergrundthema hatte?
Ihr folgen wir quasi entlang der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Saarland, bis wir bei Greimerath auf die B268 stoßen und auf ihr nach Süden fahren. Nun sind wir im Saarland angekommen und kommen über Mettlach nach Orscholz, um dort vom Aussichtspunkt Cloef einen Blick auf die Saarschleife zu werfen. An dieser waren wir zwar schon mal, allerdings unten im Tal, wo sie weniger beeindruckt.
Wir nutzen den Besuch aus, um die Motorräder im Ort stehen zu lassen und eine kleine Wanderung zu machen. So bekommen die ausgekühlten Knochen etwas Bewegung. Es sind nur noch 9 Grad.


Hier müssen die Motorräder auf uns warten

Tatsächlich hat man einen sehr schönen Ausblick über die Schleife, deren enger Radius uns auch dadurch so richtig bewusst wird, weil eine Kohle-Verbundschiff sich eindrucksvoll hindurchbewegt und die kleinen Boote dazu zwingt, sich an den Rand zu drängen. An der Aussichtshütte liefern sich allerdings Drogenhändler einen harten Wettbewerb.


Schubschiff vor der Saarschleife und …


… beim Hindurchmanövrieren.


Interessante Warnung in einem Auto vor der Cloef, obwohl …


… der gar nicht so gefährlich aussieht.



Wir fahren über eine kurvige Strecke runter an die Saar und folgen ihr flussaufwärts. Da es bereits nach 18 Uhr ist, schauen wir nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Ein Schild „Fischerberghaus“ mit einem abgebildeten Bett fällt uns auf und wir folgen den Wegweisern einen kleinen Weg den Berg hinauf. Was Fischer wohl hier oben auf dem Berg zu suchen gehabt haben? Die Hütte ist gut besucht, sieht ganz nett aus und Zimmer für 25 Euro pro Person gibt es auch. Wir sagen zu, ohne die Zimmer gesehen zu haben. Leider entpuppen sie sich als Kammern mit Doppelstockbett auf dem Stand einer mittelmäßigen Jugendherberge. Wir sind etwas enttäuscht. Aber wir sind auch müde und hungrig und etwas Wärme tut uns nun auch ganz gut.


Fischerberghaus


Nebengebäude mit den kargen Zimmern


Vorher machen wir aber noch einen kleinen Fußmarsch zwecks ausgleichender Bewegung. Leider erweist sich der ausgewiesene Rundweg als Sackgasse – also wieder zurück.
In der Hütte ist es inzwischen etwas ruhiger geworden und wir genießen den Ausblick vom großen Fenster in der Dämmerung über das Tal bis hin nach Dillingen und Saarlouis, wenn die Luft auch leider etwas diesig ist.


Ausblick



Falconette gönnt sich ein Steak mit Salat und ich ein Schnipo ohne sa. Das Essen ist ok, aber insgesamt ist das Fischerberghaus keine Empfehlung.

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Lust und Frust Saar-Bodensee 2016.pdf
thomasH Offline




Beiträge: 5.871

27.04.2016 13:26
#2 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Oha!

Zuerst einmal bin ich erstaunt, dass es Leute gibt, die extra dorthin
fahren, woher ich mich just zu dieser Zeit in Richtung Süden aus dem
(Salz-)staub gemacht habe.

Und dann bin ich gespannt, was da noch so kommen tut...

Viele Grüße
Thomas

Nisiboy Offline




Beiträge: 5.605

27.04.2016 13:32
#3 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Das Essen nur mittelprächtig... stimmt: Falconettes Salat wirkt mickrig und die Pommes sehen auch sehr unförmig aus.

Grüße aus dem Norden

Nisiboy

thomasH Offline




Beiträge: 5.871

27.04.2016 13:33
#4 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Wer im Saarland falsch isst, sollte am darauf folgenden Wochenende Lotto spielen!

Viele Grüße
Thomas

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

27.04.2016 13:35
#5 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Schnibrasa war´s irgendwie auch nicht. Wir haben nicht gesichert herausbekommen, was die Beilage nun darstellen sollte, Pommes oder Bratkartoffeln. Irgendwie ein Zwischending.
Der Salat war schon im Bauch, weil das Essen so lange dauerte.
Und Falconette hat mir dann immer von diesen Brapos geklaut.

Grüße
Falcone

thomasH Offline




Beiträge: 5.871

27.04.2016 14:11
#6 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Zitat von Falcone im Beitrag #5

Und Falconette hat mir dann immer von diesen Brapos geklaut.


Tja! Und wie's aussieht hatte sie auch die besseren Waffen...

Viele Grüße
Thomas

knorri Offline



Beiträge: 1.584

27.04.2016 15:11
#7 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Wer entscheidet bei euch beiden eigentlich, mit welchem Motorrad man losdüst?
Was ist denn eigentlich, wenn Henny mal mit der Kantn loswill, Du aber mit ner Guzzi?
Werden dann einfah die Ws genommen, oder verschiebt sich der Aufbruch um ein paar Tage des ausdiskutierens?

Fragen über Fragen......


Knorri

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

27.04.2016 15:13
#8 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Bei so einem alten, eingespielten Paar wie uns ergibt sich das eigentlich wie von selbst.

Für lange Touren sind eher die Guzzis vorgesehen. Ansonsten je nach Lust, Laune, Strecke, Veranstaltung ...

Grüße
Falcone

Serpel Offline




Beiträge: 45.051

27.04.2016 15:18
#9 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Zitat von Falcone im Beitrag #8
Bei so einem alten, eingespielten Paar wie uns

Das Komma ist aber schon Absicht, oder?!

Gruß
Serpel

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

27.04.2016 15:20
#10 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Ich denke, es ist grammatikalisch richtig - und auch vom Inhalt her.

Grüße
Falcone

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

27.04.2016 15:34
#11 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Zweiter Tag, Sonntag, der 3.4.

Wir wachen auf und schauen ins Graue: Nebel liegt über dem Land und von der Saar ist nichts mehr zu sehen. Zum Glück lockert er sich noch während wir packen, aber die Straßen sind noch nass.


Grauenvoll neblig im Tal

Wir verlassen das Saartal und fahren auf Nebenstraßen an der französischen Grenze entlang. In Überherrn machen wir Halt vor eine Bäckerei und gönnen uns ein kleines Frühstück mit Milchkaffee und Croissant – für mich gibt es Marzipancroissant. Schick! So was kannte ich noch nicht.


Frühstück, schon fast französisch

Südlich von Forbach wechseln wir in das Departement Bas-Rhin, also ins Elsass. Bei Saaralbe treffen wir wieder auf die Saar und folgen ihrem Lauf über Saarunion bis Saarburg, nunmehr in Lothringen.

Es ist kühl und anfangs nieselt es auch noch vereinzelt, also ziemlich entgegengesetzt zum angekündigten Wetterbericht. Doch je höher wir in die Vogesen kommen, desto trockener werden die Straßen und am Col du Donon, dessen Anfahrt von Abreschviller aus auf völlig verkehrsbefreiter Straße wieder mal großen Spaß macht, kippt das Wetter in Positive. Es bleibt trocken und wird immer wärmer.


Ein Stück Schokolade aus dem Koffer am Col du Donon

Bei Schirmeck, nun wieder im Elsass, stoßen wir auf die D 1420 und folgen ihr bis Saales, dort wechselten wir am Col du Saales ins Departement Vosges, also wieder nach Lothringen. Weiter über den Col de St.Marie nach Saint Marie aux Mines, wo wir eine weitere Pause bei einer Tasse Kaffee am Marktplatz (Place Mal Foch) einlegen. Über den Col des Bagnelles geht´s dann nach Orbay (inzwischen schon wieder im Elsass).


Pause bei der heiligen Minen-Maria

Eine kleine, kurvige Nebenstraße bringt uns über Ammerschwihr an Colmar vorbei zum Rhein und zur großen Schleuse bei Marckolsheim, gleich neben einem großen Wasserkraftwerk.


Kleine Straße bei Ammerschwihr


Kraftwerk und Staustufe

Sehr beeindruckt hat uns die Fähigkeit eines Kapitäns, sein wirklich großes Schiff berührungsfrei in die Schleuseneinfahrt zu bugsieren, die gerade mal einen halben Meter breiter als das Schiff ist. Ebenso beeindrucken war, wie schnell sich die Schleusenkammer daraufhin mit Wasser füllte und das Schiff auf die nächste „Ebene“ hob.


Noch sieht das recht harmlos aus, aber …


… hier ahnt man schon …


… wie eng …


… das ist!


Klappe zu, …


… Wasser marsch!


Und schwupps schwimmt das Schiff ganz oben.

Als nächstes stand der Kaiserstuhl auf dem Programm. Aber obwohl ich dem Navi ein Stichstraße zum Kaiserstuhl eingegeben hatte, werden wir daran vorbei geleitet und - schwupps - erreichen wir Oberbergen und Bötzingen – und sind damit schon drüber gefahren, ohne angehalten zu haben. Nix Foto. Ich befürchte, ich hatte mir den Kaiserstuhl einfach größer und imposanter vorgestellt, als er tatsächlich ist. Ist doch eher nur ein Kaiserschemel.
Für´s nächste Mal muss ich mir wohl doch besser mal von Ortsansässigen erklären lassen, wo man da hin fahren muss, um den von uns erwarteten Ausblick über das Rheintal und zu Vogesen und Schwarzwald erleben zu können.

Wir fahren noch ein Stück weiter und entdecken in Tiengen eine Gastwirtschaft mit Biergarten, die uns zum Bleiben einlädt. Genug gefahren für heute. Tatsächlich hat sich das Wetter derart gebessert, dass wir draußen sitzen können, bei Lammsteaks und Leber mit Brägele, wobei letzteres keine kleinen Hirne sind, sondern schlicht Bratkartoffeln. Danach Tatort.


Bier“garten“


Guten Appetit!

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

28.04.2016 09:15
#12 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Dritter Tag, Montag, der 4.4.

Aufgrund der riesigen Essensportion etwas schlecht geschlafen.
Eigentlich sollte unsere Tour von hier aus in die Schweiz zum Vogelberg, dem fast Namensvetter unseres Vogelsberges, und über den Naturpark Thal rüber nach Zürich und von dort von Süden an den Bodensee. Aber ein Blick auf das Regenradar zeigt, dass es doch besser ist, einen Haken nach Osten zu schlagen. Ebenfalls entgegen der Wettervorhersagen vom Beginn unserer Reise zieht von Südwesten ein Regengebiet herein. Zwar wäre es dahinter in der Schweiz wieder trocken, aber generell hat sich die Wettervorhersage verschlechtert, so dass wir beschließen, die Reise um einen Tag abzukürzen.
Da es im Hochschwarzwald noch recht kalt sein dürfte, wählen wir eine Straße über Münstertal und Kleines Wiesental bis nach Wehr und dann nach Osten.
Wahrscheinlich haben wir zu lange geschaut, denn kurz nach dem Start im nächsten Ort, Bad Krotzingen, erwischt uns das Regengebiet. Bitter kalt ist es obendrein. Als wir für ein Beweisfoto am Ortsschild anhalten, kommt ein Mütterchen des Weges und fragt den Standardspruch: „ischt´s net zu kalt zum Modorradfahrn?“ Als wir antworten, dass wir hier ja gar nicht mit dieser Kälte und Regen gerechnet haben, meinte sie „Hier ischt´s oft so!“.
Ah ja.


Badisches Regengebiet.

Aber bald nach diesem nasskalten Bad Krotzingen hellt sich der Himmel auf und es wird eine wirklich schöne Fahrt hoch nach Münstertal, auf kleinen Straßen über das kleine Wiesental nach Zell im Wiesental und weiter nach Wehr.


Blick ins Münstertal


Aussicht zwischen Zell und Hasel

Über Göhrwil geht es dann nach Norden am Flüsschen Alb entlang nach St.Blasien. Direkt gegenüber dem Dom finden wir ein hübsches Café, lassen uns aber nicht davor nieder, sondern bevorzugen es doch, uns im Inneren ein Stück Torte zu gönnen. Es ist zwar wärmer geworden, aber noch nicht so, dass wir uns nicht noch ein bisschen zusätzlich aufwärmen wollen.


Café in St Blasien mit …


… Blick auf den Dom.


Prima Kaffee, Pistatzien- und Apfeltorte

Von St. Balsien aus fahren wir ein Stück auf der B500, die an diesem Tag sehr verkehrsarm ist, bis zum Schluchsee, und biegen dann auf eine kleine Landstraße in Richtung Osten ab. Das Aufwärmen im Kaffee war klug, denn hier liegt jetzt noch Schnee. Mit etwa 1100 Metern haben wir hier allerdings auch den höchsten Punkt unserer Reise.



Von nun an geht´s bergab. Zum Glück aber nicht mit den Temperaturen. Die gehen bergauf. Und das nicht zu knapp. Als wir Überlingen am Bodensee erreichen, haben wir uns schon der dicken Pullis entledigt und im Stadtverkehr bei 25 Grad wird es schon leicht unangenehm.

Schon zuvor, in der Nähe von Engen, lud uns ein leichter Südhang dazu ein, ein wenig in der Sonne zu verweilen und ein kleines Nickerchen zu machen.


Mittagspause im Grünen


Die ersten Bäume blühen zaghaft in den Bergen, während …


… es unten an See schon ganz anders aussieht.

Gut ausgeruht und schon wieder etwas hungrig kommen wir also in Überlingen an. Wildes Parken von Motorrädern scheint hier nicht gerne gesehen zu werden, denn als wir unsere beiden Maschinen in einen Winkel stellen wollen, wo sie wohl kaum jemanden stören dürften, weist uns ein älterer Herr freundlich darauf hin, dass wir ziemlich schnell mit einem Knöllchen rechnen dürften. Und tatsächlich sieht man auch regelmäßig Schilder, die darauf hinweisen, dass auch Motorräder hier nicht zu parken haben. Am Hafen gibt es dann ausgewiesene Motorradparkplätze und da die Seepromenade dort auch beginnt, war es uns recht. Allzu weit wollen wir nämlich nicht laufen. Nach der Kälte am Morgen schwitzen wir inzwischen. In Überlingen ist Kontrastprogramm zu Schnee und kahlen Bäumen: Volle Blumenpracht in warmer Sonne. Wir genießen es bei einem Eiskaffee.


Motorradparkplatz am Hafen


Promenade Überlingen


Falconette erfährt gerade den Preis des Eiskaffee!

In der Folge fahren wir Richtung Salem, um dann aber dummerweise noch mal an den Bodensee zu kommen. Denn bis Friedrichshafen und von dort bis hinter Ravensburg gelangen wir in den zäh fließenden Berufsverkehr und so ist das wohl der nervigste Abschnitt unserer kleinen Tour.

Hinter Weingarten verließen wir die große Straße und fahren in Richtung Bad Schussenrieth, um bald darauf in Bad Buchau ein griechisches Lokal zu entdecken, das auch Zimmer anbietet. Der Ort sieht ganz nett aus, und Griechen soll man ja zur Zeit unterstützen. Außerdem kann ich mich gar nicht mehr erinnern, wann ich zum letzten Mal „beim Griechen“ war. Sind diese Lokale eigentlich noch „en vogue“?

Was uns aber in erster Linie dazu gebracht hat, hier nach einer Übernachtung Ausschau zu halten, waren die Hinweisschilder auf das UNESCO-Weltkulturerbe Federsee. Das wollen wir doch mal ansehen. Nachdem wir endlich unser recht günstiges Zimmer bezogen haben, was sich etwas schwieriger gestaltete, weil der Gaststättenwirt und der Zimmerwirt zwei verschiedene Personen sind, machen wir uns dann auch zu Fuß auf den Weg zum See, nicht ohne uns zuvor an einer Grillplatte zu laben:




Da kommen wir gleich ans Seeufer


Hoch auf eine Aussichtsplattform. Prima.


Doch leider ist der See noch nicht da, wahrscheinlich noch im Winterschlaf.


Frustland


Zurück ins Dorf


Hier sehen sie auf einem Kunstsee das seelose Seemuseum, indem man den See auf Bildern sehen können soll.


Der Ort selbst hat einen hübschen Ortskern, den man von der Straße aus gar nicht sieht. Hier hätten wir vielleicht sogar schöner unterkommen können. Auf jeden Fall leisten wir uns noch eine kleine Tüte Eis.



Vierter Tag, Dienstag, der 5.4.2016

Heute ist es angeraten, etwas Gas zu geben. Von Westen her zieht eine große Regenfront herein, die laut Regenradar so gegen 15 Uhr die hessische Heimat erreichen soll.
Deswegen gibt es von der Heimfahrt auch nicht viel zu berichten. Wir trödeln morgens nicht lange, geben dem Navi den Heimatort als Ziel an, zu erreichen bitte ohne Autobahn, machen uns also auf Bundesstraßen auf in Richtung Stuttgart, wechseln dort dann gegen den Navi-Protest doch auf die Autobahn, um uns die Stadtdurchfahrt zu ersparen, und bleiben auf ihr bis Tamm. In Bietigheim-Bissingen stoppen wir bei einem McCafé.

Guten Kaffee haben sie hier schon …

Von dort über Bundesstraßen weiter nach Norden bei Besigheim an den Neckar , dem wir bis Bad Friedrichshall folgen. Dann geht es auf vertrauten Straßen durch den östlichen Odenwald bis Hanau. Im Westen dräuen dicke schwarze Wolken und wir wechseln auf die A45. Das letzte Stück über Florstadt und Hungen dann wieder Landstraße. Die Motorräder waren noch nicht richtig abgestellt, als es auch schon anfängt zu regnen. Exaktes Timing.

Ja, gefreut haben wir uns auf sonnige und leidlich warme Tage nach dem nicht enden wollenden Winter. Zumindest war die Wettervorhersage für den Südwesen vielversprechend. Ein wohl schneller als gedacht sich von Westen nährendes Tief machte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. So war die ganze Tour im Rückblick etwas durchwachsen, aber schön trotzdem – alleine schon deswegen, weil es endlich die erste Tour im Jahr war, die im Übrigen über knapp 1500 km ging.

uli estrella Offline



Beiträge: 7.547

28.04.2016 09:30
#13 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Zitat von Falcone im Beitrag #12
Dritter Tag, Montag, der 4.4.

Aufgrund der riesigen Essensportion etwas schlecht geschlafen.
Eigentlich sollte unsere Tour von hier aus in die Schweiz zum Vogelberg, dem fast Namensvetter unseres Vogelsberges, und über den Naturpark Thal rüber nach Zürich und von dort von Süden an den Bodensee. Aber ein Blick auf das Regenradar zeigt, dass es doch besser ist, einen Haken nach Osten zu schlagen. Ebenfalls entgegen der Wettervorhersagen vom Beginn unserer Reise zieht von Südwesten ein Regengebiet herein. Zwar wäre es dahinter in der Schweiz wieder trocken, aber generell hat sich die Wettervorhersage verschlechtert, so dass wir beschließen, die Reise um einen Tag abzukürzen.
Da es im Hochschwarzwald noch recht kalt sein dürfte, wählen wir eine Straße über Münstertal und Kleines Wiesental bis nach Wehr und dann nach Osten.
Wahrscheinlich haben wir zu lange geschaut, denn kurz nach dem Start im nächsten Ort, Bad Krotzingen, erwischt uns das Regengebiet. Bitter kalt ist es obendrein. Als wir für ein Beweisfoto am Ortsschild anhalten, kommt ein Mütterchen des Weges und fragt den Standardspruch: „ischt´s net zu kalt zum Modorradfahrn?“ Als wir antworten, dass wir hier ja gar nicht mit dieser Kälte und Regen gerechnet haben, meinte sie „Hier ischt´s oft so!“.
Ah ja.


Das passiert nur, wenn man den Namen des Ortes nicht richtig schreiben kann. Für alle in Bad Krozingen Lebenden ist das ein recht trockener Ort.

Grüße vom inzwischen-auch-Bad-Krozinger Uli

Falcone Offline




Beiträge: 109.215

28.04.2016 09:38
#14 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Was doch so ein "t" ausmacht!

Schön, mal wieder von dir zu lesen!

Grüße
Falcone

Serpel Offline




Beiträge: 45.051

28.04.2016 10:37
#15 RE: Falcones Reisen: Lust und Frust - kleine Tour im Südwesten Antworten

Jau! Hallo Uli, schreib mal wieder!

Gruß
Serpel

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