moin, ich hätte da mal ein Probem.... Ich habe die Dichtung der Ölwanne erneuert weil die schon sehr lange nicht mehr ganz dicht war. Ich musste "am offenen Herzen" sehr viel Dreck und Schmodder mit Nachdruck wegkratzen/sprühen/wischen. Kann ich dabei den Leerlaufschalter "von innen" irgendwie ausser Kraft gesetzt haben? Vor der Aktion hat alles funktioniert jetzt gibt es kein Massekontakt mehr am Schalter. Das zu finden erforderte einiges an Disziplin bei der Fehlersuche, wei eine Fabrikatsfremde Kupplungsarmatur verbaut war die nur bei nicht gezogener Kupplung den Starter frei gibt. 1.Kann ich den Schalter zum Prüfen ausbauen ohne (das frische) Öl abzulassen? 2.Passt der Schalter der W800 bis auf die fehlenden Kabel ohne Anpassungen und muß ich beim Bestellen auf irgend ein Baujahr achten?(vorher war auch nur das grüne "Leerlaufkabel") angeschlossen) 3.Müsste die Leerlaufkontrollleuchte leuchten, wenn ich das Grüne Kabel vom Kabelbaum auf Masse lege? Starten tut sie dann, aber kein Licht... Datenbank und Suchfunktion habe etwas geholfen, aber ich brauche noch ein Ratschläge vom Forumsschwarmwissen. Danke Ralf
Zitat von W-Arum im Beitrag #1Kann ich dabei den Leerlaufschalter "von innen" irgendwie ausser Kraft gesetzt haben?
Kaum, denn der befindet sich ja links im Gehäuse des Schaltautomaten.
Zitat von W-Arum im Beitrag #1... kein Massekontakt mehr am Schalter. Das zu finden erforderte einiges an Disziplin bei der Fehlersuche,...
Das Prüfen ist ganz einfach: den linken Motordeckel über dem Ritzel abnehmen. Den Vierfachstecker zum Leerlaufschalter trennen, den Leerlauf einlegen. Ein Prüflämpchen am Batterie-Pluspol anschließen, die Prüfspitze des Lämpchens an das zum Leerlaufschalter führende grüne Kabel halten. Jetzt sollte es leuchten.
Zitat von W-Arum im Beitrag #1Kann ich den Schalter zum Prüfen ausbauen ohne (das frische) Öl abzulassen?
Ja. Musst du aber nicht, wenn das Prüflämpchen leuchtet. s.o. Eventuell ein dünnes Brettchen unter den linken Ständerfuß legen, damit das öl mehr nach rechts im Motor läuft.
Zitat von W-Arum im Beitrag #1Passt der Schalter der W800 bis auf die fehlenden Kabel ohne Anpassungen und muß ich beim Bestellen auf irgend ein Baujahr achten?
Zumindest von der W800/1 sollte er auch passen. Selbst probiert habe ich es nicht. Dass die Funktion des Leerlaufpoles am Schalter ausfällt, habe ich aber noch nie erlebt. Die drei anderen kleineren Pole versagen schon mal den Dienst, lassen sich aber manchmal durch Reinigen wiederbeleben.
Zitat von W-Arum im Beitrag #1Müsste die Leerlaufkontrollleuchte leuchten, wenn ich das Grüne Kabel vom Kabelbaum auf Masse lege?
Ja. Wenn du das vom Motorrad kommende grüne Kabel auf Masse legst, ist das die gleiche Situation, wie wenn es über den Leerlaufschalter auf Masse geschaltet wird. Leuchtet die Leerlaufkontrollleuchte jetzt, aber über den Leerlaufschalter nicht, musst du ihn ausbauen und die inneren Kontakte (Schalter und Stift) reinigen.
Ja, das ist schon eine seltsame Angelegenheit mit dem Gangsensor der W650. Seine Funktion ist, die Leistung über eine Beeinflussung der Motorsteuerung in den Gängen eins bis drei zu begrenzen. Da man ja wohl kaum davon ausgegangen ist, dass der klassische W650-Käufer Ampelstarts auf dem Hinterrad hinlegt, hat es mit der Abgasreduzierung beim vorgegebenen Messverfahren auf dem Prüfstand zu tun, genau wie die zu lange Übersetzung, die Vergaservorwärmung und das SLS. Auf alle vier kann man gut verzichten. Daher ergibt es auch keinen Sinn, diesen speziellen Gangsensor als Ersatzteil für die W650 vorzuhalten, der reine Leerlaufschalter der W800 tut es genauso. Seltsam ist der Gangsensor aber insofern, als er im Grunde nur ein schlichter Kontakt ist. Vier stromführende Kabel sind in seinem Inneren einfach an vier Kontaktstellen gelötet. Diese werden durch einen federbelasteten Pin beaufschlagt, der den Kontakt über die Schaltwalze zur Masse herstellt und so einen Stromkreis schließt, der entweder die Leerlaufkontrollleuchte leuchten lässt (und damit auch den Anlasser freischaltet) oder eben die Zündbox mit dem entsprechenden Signal von Gang eins bis drei versorgt. Kaputtgehen sollte so ein Gangsensor also auf den ersten Blick nicht. Dass sich eine solche Lötstelle (siehe Foto), die ja auch noch eingegossen ist, löst, ist mehr als unwahrscheinlich. Und wenn - mit Ausnahme des Leerlaufkontaktes würde das den Motorlauf in keinster Weise beeinflussen. Es würde ja lediglich die Info an die Zündbox wegfallen. Also genau das passieren, was man ohnehin haben möchte. "Ausgeräumter" Gangsensor der W650 - Foto von PeWe
Möglich wäre also allenfalls, dass Öl durch die Vergussmasse eindringt und somit ein willkürlicher Massekontakt und in Folge ein Fehlsignal an die Zündbox hergestellt wird. Das wiederum bedingt den in diesem Falle ruckenden Motorlauf, dessen Ursache ja eindeutig der Gangsensor ist. Die jahrelange Praxis hat also gezeigt, dass man getrost vorbeugend die W650 vom SLS befreien kann (z.B. anlässlich des Ventileinstellens, wobei es ohnehin nur stört), ebenso von der Vergaservorwärmung mit ihrem Steuerkasten unter dem Lenkkopf als eben auch den Gangsensor stilllegen kann (nur das grüne Kabel verbunden lassen und die drei anderen am Stecker trennen).
Den Gangsensor zu reparieren ist also genauso wenig notwendig wie einen einer W800 einzubauen, solange er im Getriebegehäuse dicht ist und kein Öl austritt.
Vergleich Gangsensor W650 und W800
Der kleine Kontakt ist der Leerlaufkontakt. Man kann schön die runde Schleifspur des Pins erkennen, der schon mal Schmutz auf den kleinen Kontakt schaffen kann. Womit wir den Bogen zur ursprünglichen Frage geschlagen hätten.
Vielen Dank für die Infos. Wenn das wohl kaum vorkommt, mein Schalter war/ist kaputt. Mit Prüflampe (im eingebauten Zustand) kein Kontakt. Ausgebaut - voller Durchgang. Wieder aufgesetzt Prüflampe leuchtet. Schrauben angezogen - Kontakt weg. Schrauben lösen und wackeln geht/gehtnicht. Noch mal mit feinem Schleiffließ gereinigt. Wieder eingebaut - bis zum anziehen der Schrauben alles in Ordnung. Dann ein Knack und eine Lasche vom Flansch abgebrochen...Gehäuse verzogen? O-ring eingeklemmt? W800-teil bestellt.
W800 Schalter eingebaut mit neuem O-Ring eingebaut (und sicheheitshalber auch die Feder hinter dem Stift mal nachgespannt) Alles wieder so wie es soll! Danke für die Ratschläge (es läuf tatsächlich reichlich Öl aus, wenn man nicht einseitig ein 20mm Brettchen, das am anderen Ende der Garage liegt, unter den Hauptständer legt)
Der Schalter der W800 hat die OEM-Nummer 13151-0054 und passt bis auf den Stecker 1:1 an die W650. Mit O-Ring und Porto ist dann ein Fuffi weg....
ich fahre schon einige Zeit ohne Leerlauflicht, war bisher noch zu faul zu forschen. Vielleicht ist nur die Birne durch. Aber beim Fahren merke ich das eigentlich gar nicht. Wenn ich vor einer Ampel stehe und tatsächlich mal Zweifel habe, schalte ich in den ersten und wieder hoch. Das wars.
Eine Leerlaufkontrolle an sich ist nicht TÜV-relevant. Das wird es erst, wenn dadurch das Losfahren mit ausgeklapptem Seitenständer ermöglicht werden würde.
Zitat von Falcone im Beitrag #11Eine Leerlaufkontrolle an sich ist nicht TÜV-relevant. Das wird es erst, wenn dadurch das Losfahren mit ausgeklapptem Seitenständer ermöglicht werden würde.
Ich hatte außerdem ein seltsames Problem mit dem Gangwahlschalter, das sich nur bei warmem Motor bemerkbar machte. Die grüne Neutralanzeige leuchtete nicht immer, und der Elektrostarter funktionierte nicht. Mit dem Kickstarter sprang der Motor jedoch problemlos an und lief einwandfrei. Die elektrische Durchgängigkeit war in Ordnung. Ich vermutete weiterhin den Schalter als Ursache, baute ihn daher aus und entfernte die gesamte Vergussmasse. Dabei stellte sich heraus, dass einige Drähte nicht richtig an den Kontaktpunkten verlötet waren und nur durch die Vergussmasse gehalten wurden. Nachdem ich alle Drähte ordnungsgemäß verlötet hatte, war das Problem behoben.
Angefügte Bilder:
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