Sollte ich da fahren wollen, bräuchte ich die stärkeren 12V statt 7,4V Akkus, die angeblich die Heizleistung verdoppeln können. Die Teile würden die halbwegs günstigen Handschuhe aber sehr arg verteuern. Vielleicht hätte man so bei derartiger Kälte noch warme Flossen, während der Rest vom Körper kältemäßig einen abbekommt, sollte das Motorrad nicht wegen zu tiefer Temperaturen das Anspringen und Laufen verweigern. Man weiß es nicht, genauso wie ich gerade grübel, ob ich mich bei vergleichsweise fluffigen -1° und trockenen Straßen ür 'ne Runde aufs Motorrad schwinge, sofern mich nicht der Gedanke an Salz wieder davon abbringt.
Apropos Akkus, einer von beiden hält seine Spannung nicht mehr lange, wenn ich sie aus den Handschuhen bei Nichtbenutzung nehme, so wie es empfohlen wird. Der intakte hat damit keine Probleme. Leider sind Verschleißartikel wie Akkus von der Garantie ausgenommen, schreibt der Hersteller. Nun denn, was soll's. Im Netz kaufte ich einen nach für 37€ inklusive Versand. Nun halten beide wieder ihren vollen Ladestand nach Aufladung bei Lagerung und ich starte gleich mit vollen Akkus auf eine Fahrt mit der Enfield.
In den 70ern wurde kaum Salz gestreut, damals fuhr ich auch bei Schnee. Wirklich schön, festgefahrene Schneedecke - Winterreifen gab es nicht, und wenn doch, hätten die meinen finanziellen Rahmen gesprengt - blauer Himmel und Sonnenschein. Zubehör? Heizbare Handschuhe selbst gebastelt: gefütterte Skifäustlinge rückseitig geöffnet und Heizelemente aus Konstantandraht und Malerkrepp gefertigt eingefügt. Anschluss ans 6-V-Bordnetz über Metalldruckknöpfe. Das Y-Kabel durch Ärmel und Jacke am Rücken mittels Stecker mit dem Bordnetz verbunden. Die Steckdose war übrigens serienmäßig an Bord. Die Wärme von "oben" war angenehmer und effektiver als das heutige System von "unten" über Heizgriffe. Als vermehrt Salz eingesetzt wurde, litt das Leichtmetall der Motorräder dermaßen, dass ich das Winterfahren aufgegeben habe.