Das irritiert mich jetzt ein wenig. Das, was die KI da ausfindig gemacht hat, stimmt genau mit dem überein, was ich immer schrieb. Trotz meines schlechten Gedächtnisses erinnere ich mich aber gut daran, dass aus der Schweiz immer die Ansicht kam, dass es eine ungleichmäßige Längung nicht gäbe.
Aber ganz grundsätzlich: Insbesondere ChatGPT ist erschrecken auffällig dafür empfänglich, wenn man Suggestivfragen stellt und "schmeichelt" gerne dem Fragesteller, indem es "seine Erfahrung" unterstützt. Deine Fragestellung war nicht neutral.
Ich habe die Frage mal anders gestellt:
Auf welche Weise zeigt sich Verschleiß bei Motorradketten? ChatGPT:
Verschleiß an Motorradketten zeigt sich auf mehrere typische Arten. Wichtig ist: Eine Kette „längt“ sich nicht wirklich – der Verschleiß entsteht an Bolzen und Buchsen. Hier die wichtigsten Anzeichen, geordnet nach Praxisrelevanz:
🔧 1. Längung (Verschleißmaß) Häufigstes Kriterium Durch Abrieb an Bolzen/Buchsen vergrößert sich der Teilungsabstand. Messbar, indem man z. B. 20 Kettenglieder misst und mit dem Sollwert vergleicht. Faustregel: >1,5–2 % Längung → Kette verschlissen
Bei O-/X-Ring-Ketten oft schon früher tauschen 👉 Folge: Kette passt nicht mehr korrekt ins Ritzel → beschleunigter Zahnradverschleiß. ⛓️ 2. Ungleichmäßige Längung (Kettenschlag) Manche Abschnitte sind stärker verschlissen als andere. Erkennbar beim Drehen des Hinterrads: Kettendurchhang ändert sich deutlich. Ursache: schlechte Schmierung Schmutz defekte O-/X-Ringe 👉 Besonders kritisch, da Nachstellen nie korrekt möglich ist.
⚙️ 3. Verschleiß an Ritzel & Kettenrad (Haifischzähne) Sekundäranzeichen für Kettenverschleiß Zähne werden: spitz schief gezogen asymmetrisch („Haifischzähne“) Oft zuerst am Ritzel sichtbar. 👉 Regel: Kette + Ritzel + Kettenrad immer gemeinsam tauschen.
🧴 4. Defekte O-/X-Ringe Ringe fehlen, sind rissig oder gequetscht. Schmierfett tritt aus → Kette läuft trocken. Folge: rapide Zunahme des Verschleißes Rostbildung im Inneren 👉 Bei beschädigten Dichtungen: Kette ersetzen, nicht weiterfahren.
🔩 5. Steife oder festgehende Glieder Einzelne Glieder knicken nicht mehr sauber ein. Bleiben beim Drehen „stehen“. Ursache: Korrosion interne Trockenheit Schmutzeintrag 👉 Leichtes Klemmen kann man kurzfristig reinigen/schmieren, dauerhaft ist es ein Austauschgrund.
🔊 6. Geräusche & Fahrverhalten Rasseln, Klacken, Mahlgeräusche Ruckeln beim Lastwechsel Unruhiger Lauf bei konstanter Geschwindigkeit 👉 Subjektiv, aber oft ein frühes Warnsignal.
📏 7. Nachstellweg der Kettenspanner am Ende Kette ist korrekt gespannt, aber Spanner stehen fast am Anschlag. Technisch noch fahrbar, aber Lebensende erreicht.
🚨 Sicherheitsrelevant Eine stark verschlissene Kette kann: überspringen reißen Motorgehäuse beschädigen Hinterrad blockieren
✅ Kurz-Checkliste (Praxis) Kette ersetzen, wenn eines zutrifft: Längung > 1,5–2 % ungleichmäßiger Durchhang beschädigte O-/X-Ringe steife Glieder Haifischzähne an Ritzel/Kettenrad
Nette KI-Auflistung der Verschleißerscheinungen eines Kettensatzes, die für den aufmerksamen und erfahrenen Motorradfahrer nichts Neues berichtet. Vieles von dem schon selbst er- und durchlebt, irgendwann lag dann halt der Kettensatzwechsel an.
In welchem Abstand dies nötig wird, hängt von vielen Faktoren und der Behandlung des Sekundärantriebsatzes ab. Da hat jeder sicherlich seine Umgangsform, ohne darüber hier ins Detail zu gehen.
Mir gefällt es, wenn er sehr lange hält, da der Austausch immer unschön ins Geld geht. Ab 35.000km Haltbarkeit fängt die Sache an, mir zu gefallen. Besser noch um einiges länger. So wie mit Reifen. Je weiter sie einen fahren lassen, desto erfreulicher und schonender für den Geldbeutel, was für manchen auch eine Rolle spielen mag, wenn nicht die Ansicht vertreten wird: Egal was es kostet, is' 'n Hobby, das Spaß bereiten soll und das kostet eben. Stimmt, fragt sich nur wieviel.
Zitat von Falcone im Beitrag #2Das irritiert mich jetzt ein wenig. Das, was die KI da ausfindig gemacht hat, stimmt genau mit dem überein, was ich immer schrieb. Trotz meines schlechten Gedächtnisses erinnere ich mich aber gut daran, dass aus der Schweiz immer die Ansicht kam, dass es eine ungleichmäßige Längung nicht gäbe.
Aber ganz grundsätzlich: Insbesondere ChatGPT ist erschrecken auffällig dafür empfänglich, wenn man Suggestivfragen stellt und "schmeichelt" gerne dem Fragesteller, indem es "seine Erfahrung" unterstützt. Deine Fragestellung war nicht neutral.
Ich habe die Frage mal anders gestellt:
Auf welche Weise zeigt sich Verschleiß bei Motorradketten?
Der Beitrag steckt voller Widersprüche.
1. Wenn die KI das ausfindig gemacht hat, was du immer geschrieben hast, warum irritiert dich das? 2. Dein Gedächtnis trügt dich nicht, allerdings bestätigt die KI genau das, was ich immer geschrieben habe. 3. Die KI beharrt bisweilen hartnäckig auf ihrer einmal gefassten Meinung (z. B. Morgan Threewheeler vs Alfa Romeo 8C 2300 Sport Spider, du erinnerst dich?). 4. Deine Fragestellung kann nur Gemeinplätze zum Kettenverschleiß provozieren und tut es offensichtlich auch.
"Irritiert" hat mich (und das war augenzwinkernd gemeint), dass du der KI zustimmst, obwohl du dich immer gegen die "ungleichmäßige Kettenlängung" gewehrt hast.
Dass die KI (welche nutzt du eigentlich?) bei ihrer Meinung bleibt - zumindest erstmal - wundert mich jetzt nicht. Ich gehe davon aus, dass das Thema so häufig im Netz beschrieben wird, dass die Wahrscheinlichkeit, mit dieser Aussage richtigzuliegen, für einen Algorithmus gegen 100% geht.
Interessant wäre, ob man die KI durch entsprechende Fragestellung von der Aussage abbringen kann
Zitat von Falcone im Beitrag #8"Irritiert" hat mich (und das war augenzwinkernd gemeint), dass du der KI zustimmst, obwohl du dich immer gegen die "ungleichmäßige Kettenlängung" gewehrt hast.
Mich irritiert hingegen, dass du anscheinend nicht erkennst, dass die KI diese Ansicht bestätigt. Und zwar in beiden Antworten - egal, ob ich suggestiv pro oder contra frage. (Sonst hätte ich den Strang hier ja nicht aufgemacht. )
Jetzt weiß ich gar nichts mehr bzw. verstehe dich nicht. Die KI bestätigt in beiden Fällen die ungleichmäßige Längung. Laut KI gibt es die also. Laut Falcone gibt es die auch. Laut Serpel gibt es die aber nicht (schriebst du zumindest vor Jahren).
Klar gibt‘s die ungleichmäßige Längung, aber wenn sie eintritt, ist bereits die Kette hinüber. Es gibt also keine (nennenswerte) solche Längung während der gesamten Lebensdauer der Kette.
Ich erinnere mich (weil es ja durchaus ins Thema passt), dass du mir zum ersten Mal aufgefallen bist, weil du eine Behauptung von mir entkräftetest. Ich schrieb damals, dass ein Kettenantrieb immer aus einem Zahnrad mit einer gerade und einem mit einer ungeraden Zahl von Zähnen bestehen sollte, weil nur dann die Kette nicht immer mit denselben Rollen über dieselben Zähne rollt, was den Verschleiß begünstigen würde. Du wiederum widerlegtest das mit einer Berechnung, die mich überzeugte. Ungefähr und sinngemäß so, dass auch die Zahl der Kettenglieder eine Rolle spielt. Leider bekomme ich dies nicht mehr zusammen. Vielleicht kannst du das noch mal erläutern?
Ups - ja, ich erinnere mich! Das war einer meiner ersten Beiträge.
1. Man braucht nicht beide Zahnräder (Ritzel und Kettenblatt) zusammen mit der Kette zu betrachten, sondern es genügt ein Zahnrad zusammen mit der Kette.
2. Die Anzahl Zähne sollte mit der Anzahl Glieder der Kette möglichst teilerfremd sein, damit ein und dasselbe Glied erst nach möglichst vielen Umdrehungen wieder denselben Zahn trifft.
3. Beispiel für eine Kette mit 120 Gliedern: Bei einem Ritzel mit 15 Zähnen trifft jeder Zahn bereits nach acht Umdrehungen wieder auf das gleiche Glied. Jeder Zahn trifft nur acht verschiedene Glieder. Bei einem Ritzel mit 16 Zähnen trifft jeder Zahn erst nach 15 Umdrehungen wieder auf das gleiche Glied. Jeder einzelne Zahn trifft bereits 15 verschiedene Glieder. Bei einem Ritzel mit 17 Zähnen trifft jeder Zahn gar erst nach 120 Umdrehungen wieder auf das gleiche Glied. Jeder einzelne Zahn trifft alle 120 Glieder der Kette!
Erläuterung mit dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen (kgV):
Zuerst die Standardübersetzung 15er Ritzel, Kette 104 Glieder: 15*104 = 1560; 1560/15 = 104. Jedes Glied der Kette trifft also nach 104 Umdrehungen wieder auf denselben Zahn
Dann die technisch optimale Übersetzung 14er Ritzel, Kette 104 Glieder: 14*104 = 1456; 1465/14 = 104. Jedes Glied der Kette trifft also ebenfalls nach 104 Umdrehungen wieder auf denselben Zahn.
Hm, stimmt das wirklich, oder habe ich da doch was nicht kapiert?