Ich möchte meien Modeka Glasgow nachimprägnieren und habe dazu keinerlei Erfahrung. Welche Mittelchen benützt ihr für eure Wachsjacken und wie geht ihr vor?
Mit dem Wachs aus einer Blechdose habe ich meine Wachsjacke gepflegt, nachdem ich es erhitzte. Heute würde ich ein Spray nehmen zwecks einfacherer Handhabung. Würde deshalb, weil ich die Wachsjacke nicht zum Motorrad- sondern Radfahren benutze mit ihrem Inlet in der kalten Jahreszeit. Dafür reicht die noch vorhandene 'Bewachsung' aus. Ihren eigentümlichen Wachsgeruch nebst einer gewissen Schmierfähigkeit und relativer Wasserbeständigkeit besitzt die Jacke nach Jahren immer noch. Wurde auch nicht häufig bisher getragen. Erst seit Jahresbeginn wieder beim Fahrradfahren. Für's Motorradfahren bei Wind und Wetter mit höherer Geschwindigkeit würde ich sie häufiger nachwachsen als nur alle paar Jahre. Is' aber nicht.
Die Jacke hat eine heraustrennbare Membran , die ich aber im Sommer nicht verbaue. Hier habe ich bei längeren Ausflügen eine Reckejacke dabei. Wollte aber mal testen wie dicht das Zeug ohne Regenjacke ist. Hab auch einen Goretex Anzug, aber mit dem fahre ich nicht so gerne. Bei Regen ist es zu kalt und bei über 15 Grad mit Sonne ist es zu warm und stickig.
Zitat von gravedigger im Beitrag #6Wollte aber mal testen wie dicht das Zeug ohne Regenjacke ist.
Gut gewachst hält eine Wachsjacke eine Weile halbwegs dicht. Bei anhaltendem Regen wird's irgendwann 'reinsuppen' ohne Membran. Der feine Unterschied zwischen wasserdicht und wasserabweisend.
weil ich es hier lese, wachs erhitzen mag bei wachsjacken richtig sein, die meinungen zur atmungsaktivität sind hier ja unterschiedlich. bei leder sollte man es nicht machen, da es die poren zukleistert, auch nicht zu häufig und kein lederöl, dieses schafft zusätzlich kältebrücken.
ich weiss, es gibt keine kältebrücken, aber es verdeutlicht halt im gegensatz zur wärmebrücke, worum es im speziellen fall geht.
Das mit den "Kältebrücken" bei Leder musst du jetzt aber mal erklären. Rindsleder sollte man durchaus mit entsprechenden Fetten oder Ölen behandeln (ich nehme Lederöl von Conolly oder vom Lederzentrum), allerdings sparsam! Wachs oder wachshaltiges Fett wiederum hat auf Leder nichts zu suchen, das verkleistert die Poren. Känguruh-Leder wird nicht behandelt.
Und Wachsjacken habe ich immer mit dem dafür vorgesehenen Wachs (ggf. angewärmt) dünn eingerieben und dann in die Sonne gehängt. Die werden eigentlich schon erstaunlich dicht. Lediglich an Reibebereiche, also Sitzfläche und Schritt, hält es nur begrenzt vor. Atmungsaktivität gibt es bei dichten Wachsjacken nicht. Deswegen hatten die Belstaff-Jacken ja auch drei kleine Belüftungsöffnungen unter den Achseln. Ich bin jedenfalls jahrelang trocken in Belstaff unterwegs gewesen. Zwar immer etwas stinkend und mit schwarzen Spuren, aber trocken.
ich hab's geahnt, dass das nicht unwidersprochen bleibt. aber dafür sind foren ja auch da.
das mit den kältebrücken ist natürlich nicht auf meinem mist gewachsen, sondern stammt aus einem artikel über lederpflege. mein bruder mistete letzthin seine motorradhefte aus und brachte mir ein heft (tourenfahrer 5/91) mit, allerdings wegen jeweiliger reiseartikel über korsika und sardinien. ich hab aber auch den pflegeartikel gelesen, und mir etwas davon gemerkt.
ich zitiere mal den leiter der entwicklungsabteilung bei collonil und begeisterten motorradfahrer klaus lange: "das fett sollte dabei nicht durch erhitzen verflüssigt werden. es lässt sich dann zwar leichter auftragen und dringt tief in die poren ein, das ist aber gleichzeitig ein manko. ähnlich wie bei lederöl, das gute wasserabweisende eigenschaften hat, entstehen durch die vollständige tränkung kältebrücken. lederöl sollte nur bei derbem schuhwerk und bei völlig ausgetrocknetem leder angewandt werden."
Knackpunkt ist die "völlige Tränkung". Da stimme ich dir dann sofort zu. Das ist ein bisschen vergleichbar mit einem nassen T-Shirt, dem man ja auch keine wärmenden Eigenschaften zuordnen würde. Aber ein Lederöl, dünn aufgetragen, hält ein Leder geschmeidig, nährt es und es trocknet nicht aus. Und das muss sein. Lederöl ist nicht dazu da, Leder wasserdicht zu machen. Im Gegenteil. In ein leicht angefeuchtetes Leder dringt das Lederöl besser in die Lederfasern ein.
Hinzu kommt, dass hier vermutlich zwei unterschiedliche Produkte gemeint sind. In dem (auch wohl schon ziemlich veralteten Artikel?) geht es um die alten Öle, mit denen man damals Lederkombis wasserdicht machen wollte. Was ich meine, ist aber wohl richtiger mit "Ledernahrung" beschrieben. Und ein solches Mittel sollte man seinem Leder schon regelmäßig gönnen.
Die Leute vom www.lederzentrum.de habe dazu gute, informative Seiten. Deren Produkte benutze ich schon lange, vor allem aber im Auto-Bereich.
Generell wäre noch anzuführen, dass eine Lederkombi zwar den Wind abhält, aber ganz sicher nicht das Mittel der Wahl gegen Kälte ist. Dazu kann man eine Lederjacke mit Futter wählen. Eine Textiljacke wäre aber hinsichtlich Kälte die bessere Wahl.
hey, mach meinen artikel nicht schlecht. sind wir nicht alle ein wenig veraltet?
klar ändert sich lehrwissen und oft sind es ja auch lehrmeinungen, die dann auch dem zeitgeist unterworfen sind. der autor (michael moneke) empfiehlt zwischen den zeilen, eigentlich nur neben vielleicht einer sattelseife zur reinigung, ein mineralisches lederfett. das soll, wie die planzlichen öle (die aber wiederum konservierungsstoffe benötigen) das leder geschmeidig halten und nähren. ein wenig zusatz von wachsen (montanwachs aus kohle, nicht wie in den imprägniersprays kunstharze und silikone) schützt vor umwelteinflüssen. dem grossen rest der pflegeprodukte steht er skeptisch gegenüber (wie gesagt, zwischen den zeilen, die hersteller dieser produkte sind ja die anzeigenkunden). vor allem den sprays, wegen gesundheitlicher gefahren bei der anwendung, die zur müllmenge beitragen, den fraglichen treibmitteln und natürlich wegen des oft überteuerten preises. ist halt der stand von vor 35 jahren, aber ich bin da stehengeblieben und kann auch heute noch gut damit leben. okay die lederjacke ist einer textiljacke gewichen, aber das liegt ja nur an diesem schrumpfleder um den bauch herum.
aber eigentlich geht es hier ja um wachsjacken - eins noch, ich hab ja mal gehört, es kommt auf das gerbverfahren an, womit man hinterher das leder pflegt. vielleicht kann unser forumssattler martin küthe ja erhelllendes beitragen?