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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 397 mal aufgerufen
 Reiseberichte / Motorradgeschichten
Soulie Offline




Beiträge: 28.988

03.11.2021 12:39
Brugola Antworten

Buongiorno!
Hier ist heute wieder mal Schietwetter. Regen, vermutlich den ganzen Tag, so wie vorgestern. Gestern dagegen schien die Sonne, und dann muss ich los. Schließlich sind meine / unsere Tage hier gezählt, was 2021 angeht. Wohin also? Ein bisschen Neuland wäre schön, ist aber kaum noch in der näheren Umgebung zu finden. Ich hab mir überlegt, über Mori - Isera bis Nomi zu düsen, um dort Autostrada und Etsch zu queren und von Calliano rauf nach Folgaria zu kurven. Von dort dann weiter über den Passo Sommo nach Carbonara die Schleife nach Bertoldi - Chiesa - Cappella und zurück. Die Rückfahrt sollte über das Sträßchen erfolgen, das von Folgaria in Richtung Rovereto abgeht.
Aber ich sollte nicht mal bis Nomi kommen. Straßensperre durch die Vigili del fuoco (Feuerwehr). Die werden hier für alles mögliche eingesetzt.
Na ja, war nicht schlimm, also doch wieder über Rovereto, allerdings auf der Schnellstraße gleich am Anfang illegal nach links abgebogen, statt erst mal einige Kilometer in die falsche Richtung fahren zu müssen. Gute Entscheidung, denn ich kam sofort auf die Hauptstraße nach Trento und bin dann halt östlich der Etsch bis Calliano geschraddelt, um nun endlich auf die von mir geplante Strecke rauf nach Folgaria abzubiegen.



Schöne Strecke, Kurven satt, aber dann auch wieder gerade Passagen, die den richtigen Flow nicht aufkommen ließen.




Blick zurück: Castello Beseno




Es wurde kühler, die Sonne hatte nicht die Kraft, wie vor einer Woche. Fünf sechs Kiloeter vor Folgaria war die Straße erst mal chiusa. Ein gewaltiger Lkw stand mitten auf der Straße, und Polizei sowie die Vigili del Fuoco tummelten sich beidseits der Straße. Per Handzeichen bzw. Kelle (grün-rot) durfte ich dann weiter düsen. Folgaria finde ich eher hässlich, sause aber eh immer nur vorbei. So auch heute, weiter nach Costa zum Passo Sommo. Nun wurde es mir aber wirklich zu frisch, und der Pass liegt auf 1343m. Frieren mag ich überhaupt nicht, auf'm Bock schon gar nicht. Also umdisponiert und wieder umgedreht.
Mein Leder-Navi meinte, in Folgaria beim Kreisel links gehts nach Rovereto. Kreisel? Das war eine langezogene Schleife, weshalb ich natürlich dran vorbeigedüst bin. Äschälisch, aber ich wusste, dass ich noch eine zweite Chance habe, nach Rovereto abzubiegen, auf kleinen Sträßchen, ohne wieder die Hauptstraße bis Calliano runter zu düsen. Bei der ersten Abzweigung links hielt ich an, um zu schauen, wo's da hingeht. Hätt'ich nicht machen sollen. Die Straße war dort zwar fast eben, aber nur fast. Und prompt legte meine gute XBR sich 'dank' ihres Klappständers hin. Das Problem ist mir nicht neu, ich muss den ersten Gang einlegen, dann passiert nix. Tja, dumm gelaufen! Richtig dumm, denn der linke Bol d'Or Stummel hatte sich so verdreht, dass ich den Lenker kaum noch nach links einschlagen konnte. Auch zum aufrichten war der verdrehte Lenker nicht gerade von Vorteil. Aber es hielt sofort ein freundlicher Autofahrer, der mir half, die Maschine wieder auf die Pneus zu stellen. Blinker zerbröselt, Kupplungshebel gekringelt. Der Lenkerstummel saß fest, musste zum verstellen erst gelöst werden. 6er Inbus! Bordwerkzeug ausgepackt. Niggese. Gegenüber ein Haus - ich rüber und gefragt. Aber außer einer Rohrzange gabs kein passendes Werkzeug. Leider ist der Schraubenkopf blank, nicht geriffelt. Die Zange half nix. Ui! Was tun? Viel Lenkeinschlag braucht man ja nicht, aber ob das gut geht? Welche Alternative hab ich? Also fahre ich vorsichtig los, und gleich kommt auch eine Links Tornante (Serpentine). Passt! Die ist aber auch nicht wirklich eng. Viel enger geht nicht. Weiter gerollt, mehr oder weniger geradeaus bzw. ohne enge Kurven. Und dann die Rettung! Der Lkw steht noch immer da, und auch die Vigili. Was für ein schönes Gefühl! Die haben garantiert Werkzeug dabei. Ich stelle den Hobel voooorsichtig ab und gehe zu einem Feuerwehrmann, der gleich zu seinem Panda marschiert und mir alles mögliche an Werkzeug anbietet. Aber Inbus kennt man hier nicht, Allen key auch nicht. Aber nachdem er mir alle möglichen Werkzeuge angeboten hatte (ich hatte es immer mit hexagon probiert) fiel bei ihm der Groschen und er meinte: Ah! Brugola! So heißen die die Teile also hier. Er gab mir gleich das ganze Päckchen, obwohl ich nur den 6er brauchte, und ratzfatz stand der Lenkerstummel wieder da, wo er hingehört. Herrlich! Werkzeug zurückgebracht, den Vigilo hätte ich am liebsten umarmt, mich bedankt - und wieder rauf auf'n Bock! Umgedreht, weil ich ja die Abzweigung in Folgaria nehmen wollte, und diesmal hab ich sie auch gefunden. In der Gegenrichtung ist sie wirklich schwer zu erkennen. Auf der geplanten Strecke Richtung Rovereto noch mal angehalten, um den Rückspiegel zu richten, der sich nur gelockert bzw. verstellt hatte. Den entsprechenden Inbus hatte ich im Bordwerkzeug. Nun muss natürlich noch'n 6er rein!!!!

Folgaria









Nachdem auch der linke Spiegel wieder fixiert war konnte ich die restliche Fahrt wieder genießen, zumal es ja mehr oder weniger ständig bergab ging, also wieder etwas wärmer wurde.





















Inzwischen sind die Wunden geleckt. Der Kupplungshebel wurde ersetzt. In dieser Hinsicht hab ich mich hier bevorratet. Obwohl der krumme Hebel bereits Spuren vom Einspannen im Schraubstock zeigte. Ich habs sogar noch mal probiert, und es hat wieder funktioniert. Aber der Neue ist mir lieber. Der Blinker sieht jetzt anders aus als der rechte, aber das ist mir wurscht. Nur der 6er Inbus fehlt noch im Bordwerkzeug. Kommt aber!!!

Wie oft hab ich die XBR schon abgelegt wegen des Klappständers? Auf jeden Fall zu oft! Ich MUSS zuerst den ersten Gang einlegen, ein spontaner Stop, so wie dieser geht nur, wenns topfeben ist oder bergauf geht. Ob ich das noch mal verinnerliche? Einmal hatte sich die Maschine mit dem Lenker in einer Leitplanke verhakt, so dass ich richtig Stress hatte, sie wieder loszubekommen. Die anderen Male hatte ich immer fremde Hilfe beim Aufrichten. Den Helfern muss ich immer erst erklären, wo sie anpacken dürfen. Soziusgriffe sind nicht mehr dran.

Viel gebabbelt ...

Grüße aus dem heute feuchten Tremosine
Soulie

tom_s Offline




Beiträge: 5.315

03.11.2021 14:52
#2 RE: Brugola Antworten

Salut Christian,

ist immer ein Spaß Dir zuhören bzw. zuzulesen, man meint fast, man wäre dabei gewesen.

Blöde Sache mit dem Ablegen, prima, dass es so easy abgegangen ist.
Schöne Bilder wie immer.



Gruß
Thomas

Carpe diem

PeWe Offline




Beiträge: 20.942

03.11.2021 19:45
#3 RE: Brugola Antworten

Ich muss nur an das heutige, trübe Regenwetter bei uns denken und beneide den Christian...unendlich...

Beste Grüße
PeWe

..."ich weis längst, daß ich nicht Motorrad fahren kann, dass muß ich niemanden mehr beweisen!"

Soulie Offline




Beiträge: 28.988

03.11.2021 21:00
#4 RE: Brugola Antworten

Hier ist es aber auch grauslich heute. Genau das richtige Wetter, um die gestrige Runde hier einzustellen.
Solche Sauwettertage sind hier schwer zu ertragen. Nur Gina flippt richtig aus. Die stört der Regen überhaupt nicht, im Gegenteil. Der macht sie richtig zippy!
Übermorgen solls wieder besser werden. Schaumerma ...

W-einhard Offline




Beiträge: 526

04.11.2021 15:04
#5 RE: Brugola Antworten

Hallo Soulie,
deine bebilderten Tourbeschreibungen verfolge ich immer mit Wehmut. Wunderschöne Gegend und ebensolche Bilder.

__________________
Gruß
Reinhard

Soulie Offline




Beiträge: 28.988

04.11.2021 15:44
#6 RE: Brugola Antworten

Danke, Reinhard, das freut mich sehr.
Auch wenn die letzte Tour nicht so der Bringer war.
Aber es wird nicht die letzte sein.
Ich hab schon wieder eine Idee.

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