Das hatte ich damals über meine Bj.2000er W geschrieben:
Endlich die Vergasereinstellung zuende gebracht. Gemischschrauben 2 1/4 raus (beide Seiten 1/8 Unterschied) CO 1,6 % (r. und l. auch fast gleich) bei 920 1/min und siehe da, das Beschleunigungsloch bei 1800 Umdrehungen ist weg
Ganz weg wars aber nur bei Außentemperaturen über 20 Grad nach 20 KM Warmfahren. Das hat mir nicht gefallen. Die CO2 Werte beim TÜV lagen auf Kat Niveau auf beiden Seiten gleich. Die Kerzen sahen gut aus.
Nun hab ich eine gute Einstellung mit sauberen Lastwechselverhalten und gutem Durchzug gefunden: Nach langsamen rantasten in 1/8 Schritten bin ich bei 3 Umdrehungen angekommen. Recht weit weg von der empfohlenen Einstellung.
Hat jemand ähnliche Einstellungen bei einer Serien-W ohne Kat?
Transalp fahren macht Spass; W fahren macht glücklich
Ich gehe davon aus, dass du diese Schrauben meinst, die zur Leerlaufregulierung dienen:
Bei den ersten W650 war der wert 2-1/8 raus, bei den späteren 2-3/8. Für dich m (ohne Kat) müsste also 2-1/8 gelten, also nur etwas über zwei Umdrehungen rausdrehen.
Wenn du durch Herausdrehen weiter anfetten musst, stimmt etwas anderes nicht. 3 Umdrehungen ist schon sehr viel. Normalerweise läuft eine W ohne Kat bei CO-Werten um 1,5 % einwandfrei. Ein "Beschleunigungsloch" ist mir bislang gänzlich unbekannt. Hast du mal die Membran der Schubbetriebanreicherung (Beschleunigerpumpe) auf der linken Seite überprüft?
Eine Abgaswert-Einstellung auf 4,5 % halte ich für keine gute Empfehlung.
Danke für den Tipp. Werd ich mal überprüfen. Aber ein richtiges Beschleunigunsloch ist es nicht. Es ist gerade der Unterschied von 0 Gas zu 3 mm Gaszug raus. Wenn ich mehr Gas gebe ist es ok.
Transalp fahren macht Spass; W fahren macht glücklich
die Kat-W hat keine Beschleunigerpumpe mehr, bzw. die ist ausgehakt, also still gesetzt. Dazu kommt der höhere Auspuffwiderstand, sodaß der Motor generell nicht ganz so doll "kommt", wie der katlose.
Ich bin Ulf Penners Empfehlung gefolgt, die Leerlaufdüsen größer zu wählen, nachdem ich die Leerlaufgemisch-Schrauben schon so weit raus hatte, dass sie mir rausgefallen wären. Ich sag mal, alles, was mehr als 2,5 Umdrehungen ist, bringt eh nichts mehr, außer einen höheren Leerlauf.
Der Kat-Motor läuft mit der vorgeschriebenen LL-Einstellung nicht rund, es sind immer wieder Aussetzer drin. Der TÜV-Mann hat mir ganz lapidar erklärt, es würde nur das CO gemessen und der unverbrannte Sprit sei nicht Gegenstand der Überprüfung. Das paßte mir überhaupt nicht.
Seit ich etwas größere Leerlaufdüsen habe, läuft er schön. Der TÜV sieht drüber hinweg. Die Gasannahme ist aber - wie gesagt - nicht so toll, wie bei der "offenen", die Leistung übrigens auch nicht. Nominell "fehlen" 3 PS, also statt 50 nur 47, tatsächlich haben die katlosen Ws bis zu 55 gemessene PS und meine hat auf der Rolle nur 46 gebracht. Den Unterschied merkt man schon sehr deutlich.
Das bei den Kat-W die Beschleunigerpumpe "ausgehakt" ist, höre ich zum ersten Mal. Ich habe aber auch keine hier, um das zu überprüfen. Es kommt mir aber sehr merkwürdig vor und widerspricht den wirtschaftlichen Überlegungen eines großen Motorradherstellers. Vielleicht kann das Aushängen jemand hier bestätigen?
Sensible Fahrer haben auch schon den Kat-losen Ws eine Serienstreuung bezüglich der Leistung bemerkt. Und so kann man auch einen kleinen Unterschied zwischen den Ws ohne und mit Kat feststellen. Dass es aber eine Spanne von 46 bis 55 PS gibt (also rund 20% !!), halte ich für nicht belegbar. Das sind dann doch eher Messungen unterschiedlicher Prüfstände bei unterschiedlichen Bedingungen.
Ws mit Kat konnte ich zur Genüge fahren, um nicht zu bestätigen, dass die eine schlechtere Gasannahme haben. So was würde Kawasaki auch nicht verkaufen. Möglich ist, dass sie aufgrund des Kats ein ganz klein wenig magerer laufen, was sich aber - eben wegen des Kats - durch ein CO-Messgerät nicht belegen lässt. Insofern ist es umso weniger angebracht, an der Leerlaufgemischschraube herumzudrehen. Im Werkstatthandbuch steht ja auch, dass man diese "nicht unnötig verstellen" sollte. Leider gehen da Laien gerne mal dran. Unverbrannter Sprit schadet dem Kat nachhaltig.
Eine Vergrößerung der Leerlaufdüse halte ich nicht unbedingt für notwendig. Wohnt man allerdings in der Stadt und muss die über mehrere Ampelphasen verlassen, so kann es durchaus nerven, wenn der Choke relativ lange gezogen bleiben muss und der Leerlauf beim Halten vor der Ampel recht hoch ist. Mit einer von 35 auf 38 vergrößerten Leerlaufdüse kann der Choke früher wieder rein. Die W läuft dann grundsätzlich ein wenig fetter. Wenn man also sowieso die Vergaser öffnen muss, ist ein Tausch der Leerlaufdüsen nicht verkehrt.
Ansonsten sollte man den Leerlauf durch die linksseitige schwarze Stellschraube nicht zu niedrig einregeln. Liegt sie bei 900 bis 950/min (abgelesen an einem guten Werkstatt-Drehzahlmesser und nicht am ungenauen Instrument), hat man in der Regel auch keine Probleme bei der Gasannahme. Hier kann man als Fahrer auch durchaus etwas "experimentieren", ohne gleich Schaden anzurichten. Niedriger als 850/min sollte man aber nicht gehen.
Muss man die Leerlaufgemischschrauben merklich weiter als vorgegeben herausdrehen, stimmt sonst was nicht - wie ich oben schon schrieb.
So, ich hab den Deckel der Beschleunigerpumpe geöffnet und die Membrane und die Kanäle gereinigt. Der obere Teil der Membranhalterung war verrostet und Rostkrümel lagen lose auch noch darin. Alles wieder zusammen gebaut, und natürlich auch den kleinen O-Ring nicht vergessen, die Gemischschraube auf 2 1/8 zurückgedreht und siehe da, die W schnurrt wieder wie sie soll. Auch bei minimalen Gasschüben im Lastwechselbereich Danke, Martin!
Transalp fahren macht Spass; W fahren macht glücklich
Ich hatte mich schon gewundert, daß ich die Anreicherung nach und nach über 2 Jahre hin immer fetter einstellen musste. Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen.
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