Wie weit kann der Tank ausgefahren werden? Eine Frage, welche bei fehlender – genauer – Tankanzeige einen gewissen Stellenwert innehat. Die Warnlampe kommt bei meiner W230 nach einer zurückgelegten Strecke von etwa 300 Kilometern. Der errechnete Verbrauch über 6000 Kilometer liegt bei knapp unter 3 Liter je 100 Kilometer, mithin müssten 9 Liter im Tank fehlen und 3 verbleiben. Es wirklich auszureizen ist kein spaßiges Unterfangen, denn im Zweifel bleibt der Apparat an einer völlig unpassenden Stelle stehen, das Nachfüllen aus dem bei solchen Versuchen mitgeführten (!) Reservekanister kann damit ziemlich stressig werden.
Es bot sich die Gelegenheit, einen Reichweitest zu absolvieren. Längst hat natürlich die Warnleuchte signalisiert. Über relativ wenig frequentierte Straßen ging es weiter, bis bei etwa 380 Kilometern gefühlt die Leistung nachließ. Auf einer Gefällestrecke kam es mir so vor, als ob von den brachialen PS sich doch ein paar davon aus dem Arbeitsverhältnis zurückgezogen hatten, ein Gefühl wohlgemerkt. Gashahn auf, aber so richtig loslegen und über Tempo 80 wollte sie nicht mehr. Wie Murphy stets dabei ist, befand ich mich auf einer engen Straße mit stark fallender Böschung, nachfolgend wäre der Straßenrand durch Leitplanken zudem noch viel schmäler, also auf Feldweg aus dem Reservekanister nachgefüllt und dann zur nächsten Tankstelle. Zwar warnte sie immer noch orange, aber es schien die Leistung wieder vollständig vorhanden zu sein. Es passten 10,5 Liter in den Tank (Reserve eingerechnet), somit wären noch 1,5 Liter im Moment des Abbruchs vorhanden gewesen. Das wäre doch viel bei einer Gesamtmenge von 12 Litern, könnte daher theoretisch noch 50 Kilometer weiter gereicht haben. Vielleicht habe ich nur zu früh abgebrochen.
Hat hier jemand im Forum Erfahrung bezüglich dieser Problematik?
Noch ein Punkt: es fällt auf, dass die Serienreifen, bzw. Schläuche über die Zeit merklich an Druck verlieren – die Ventile sind dicht. Es empfiehlt sich daher, den Druck in relativ kurzen Abständen zu überwachen, meine anderen Zweiräder erlauben erheblich längere Intervalle. Ab einem Druck von 1,6 hinten reicht die Motorleistung schon aus, um das Heck wegschmieren zu lassen.
Die Erfahrungen kann ich nur von der W650 weitergeben, wenn der Tank da leer ist und die Karre stehen bleibt, kann es helfen das Motorrad nach links zu kippen, um noch ein paar Kilometer weiter zu kommen. Da ja der Tank auf dem Rahmen rechts und links nach unten gezogen ist, bringt das Kippen das Benzin aus der rechten "Tasche" in die linke "Tasche", wo bei der W650 der Benzinhahn sitzt.
Da die Kleine vermutlich Schlauchreifen besitzt, ist der Luftverlust über die Zeit normal, bei Schlauchreifen empfiehlt es sich so alle ein bis zwei Wochen den Luftdruck zu prüfen und am besten auch, wenn möglich, vor jedem Fahrtantritt entsprechend aufzufüllen.
-- Blog Ich springe hoch, ich springe weit, warum auch nicht, ich hab' ja Zeit. Frei nach H.E.
Maggi kann ich da nur zustimmen - entsprechende Beiträge zu den geringen Nachfüllintervallen bei Schlauchreifen gibt es auch in anderen Threads. Ich habe eine Akku-Luftpumpe immer griffbereit stehen.
Bei Motorrädern ohne mir schon bekannte Reserve-Reichweite ermittle ich sie auch immer einmal mit einem Reservekanister im Gepäck. Mit einer etwas geschickten Streckenwahl sehe ich da auch keine Gefahren. Während sich bei einem Reserve-Benzinhahn eine recht genaue Reserve-Reichweite ermitteln lässt, klappt das bei einer Warnleuchte nicht immer ganz so exakt, da die beim Schwappen des Benzins im Tank etwas unterschiedlich anspringen. Aber um zumindest eine Mindestreichweite zu ermitteln, funktioniert das allemal