na ja, es gibt ja immer noch den "Russen-Schalter" (unbestätigten Gerüchten zufolge soll ein russischer Elektroingenieur namens Poweronoff einen Schalter erfunden haben, mit dem man Elektrogeräte an - und ausschalten kann. Sein Name prangt heutzutage auf fast jedem Elektrogerät am oder unter dem von ihm erfundenen Schalter. :-)).
Wenn KI erst mal in Unternehmen, Behörden u.ä. Implementiert ist hiesse Ausschalten (wenn es noch geht) dann ja wohl, den ganzen Laden runter zu fahren und das u.U. Über Wochen und Monate (wie bei einigen Erpressungsversuchen mit Schadsoftware hier und da schon geschehen).
es ist schwierig, nicht an einen Mix aus HAL 9000 und Skynet zu denken. AFAIK laufen die KIs auf eigenen Rechner/Serverfarmen, können also ohne Weiteres heruntergefahren werden.
Ich habe da ein ganz anderes Problem: im Beruf sehe ich, wie in den letzten 2 Jahren KI Einzug gehalten hat, und das ziemlich erfolgreich, wie ich leider zugeben muss. Das ist z.T. wirklich eindrucksvoll; ich hatte ja an anderer Stelle schon geschrieben, dass wir KI auf Basis unseres Codes nutzen, um Supportanfragen zu bearbeiten, und das ist schon eine echte Hilfe. Was aber bleibt, ist, dass jede Antwort sehr wach geprüft werden muss. In meinem Fall nicht, weil die KI halluziniert, sondern weil sie versucht, ein möglichst breites Spektrum an möglichen Antworten abzudecken. Mal ganz zynisch: ich kann als gelernter und in der Wolle gefärbter Skeptiker/Empirist gut damit umgehen, aber was ist mit den weniger denkfreudigen Menschen, die die Antworten einfach für bare Münze nehmen?
Zitat von hein62 im Beitrag #6…ich kann als gelernter und in der Wolle gefärbter Skeptiker/Empirist gut damit umgehen…
Das ist genau das was bei der Nutzung von KI hilfreich und notwendig ist. Wenn man mit Leuten spricht die wissen wie man KI nutzen kann, dann bestätigen diese eigentlich immer das KI gerne mal Blödsinn erzählt und immer überprüft werden muss. Meistens wird sie auch dazu genutzt zu organisieren und soll konzeptionelle Hilfe leisten. Aber richtig, ich erlebe es im beruflichen Alltag mittlerweile immer wieder das nicht Fachwissen und Verstand eingesetzt wird sondern ChatGPT. Und da wird dann auch nichts hinterfragt. Und genau das ist das Problem.
Möglicherweise erleben wir gerade den Beginn einer neuen Kulturtechnik (also einer Technologie, ohne deren Beherrschung man in einer Zivilisation hilflos ist). Und da ist es schwer, sein Denken gerade zu halten und ein vernünftiges Urteil zu fällen.
Kulturtechnik "Literalität": als in Griechenland Lesen und Schreiben zur kulturellen Ressource wurde, hat noch Platon (der diese Kulturtechnik intensiv nutzte) geschimpft, dass diese neue Technik die Menschen verdumme: ohne Lesen/Schreiben müsse man sich Dinge merken, und das wäre gut für das Gehirn. Mit dieser Technik - die zur intellektuellen Bequemlichkeit verführe - würde dieser Trainingseffekt entfallen, und die Menschen würden dümmer werden.
Kulturtechnik "Computer": ich kann mich an die 80er erinnern, als wüst spekuliert wurde, wieviel Millionen Arbeitsplätze durch Computer oder Roboter vernichtet würden. Wurden sie nicht, nur sehen einige Jobs heute anders aus.
Mobile Telefonie: fand ich von Anfang an sinnvoll als "mobile Telefonzelle, wenn mal was ist". Smartphone, um mobil mal schnell was googeln zu können: klasse. Smartphone als Navi: eine echte Hilfe. Und was machen meine lieben Artgenossen: spielen langweilige Telespiele und sabbeln Unsinn (hört z.B. beim Einkaufen einfach mal Telefongesprächen zu). Sozialer Aspekt: Menschen, die mich anfunken mit "ich habe dir doch vor 3 Minuten eine Whatsapp geschickt, warum antwortest Du nicht?" habe ich aus meinem Bekanntenkreis entfernt. War kein Fehler :-).
Um auf die KI zurückzukommen: unsere Werksstudis nutzen KI und bekommen die Nutzung sogar an der Uni beigebracht. Eine gute Hilfe ist es, wenn z.B. per Audio aufgenommene Interviews verschriftlich werden sollen. Wer einmal selbst 2 Stunden Sprachmaterial transkibieren musste, kann sowas schätzen. Was mich irritiert, ist aber die Tendenz, sich auch bei fachlichen Dingen auf die KI zu verlassen und die Antworten mehr oder minder nur abzuschreiben. Ich glaube nicht, dass jemand, der nur gut prompten kann, "im echten Leben" damit weit kommt. Da fehlen mir Fähigkeiten wie Fachwissen, Urteilsvermögen, Fähigkeit zum Wissenstransfer - und damit dann wohl auch die Fähigkeit, die Technik zu beherrschen, anstatt sich von ihr beherrschen zu lassen.
Zitat von hein62 im Beitrag #10und die Menschen würden dümmer werden.
Da hat Plato leider recht gehabt.
Gefährlich wird's mit der KI, wenn sie mal ein eigenes Bewusstsein erlangen sollte, dann wird sie wahrscheinlich feststellen, dass diese komischen Humanoiden viel zu unperfekt sind und man sie am besten los wird.
Im Prinzip hast Du ja mit Deinem Text nur das bestätigt, was ich oben geschrieben habe.
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Ich hoffe ja nur, dass nicht mal der Strom für ein paar Tage ausfällt und all die "klugen Menschen" nach zwei Stunden verzweifelt über den Weltuntergang jammern, weil sie die KI nicht fragen können wie sie ihr Kaffeewasser heiß bekommen.
ZitatIch hoffe ja nur, dass nicht mal der Strom für ein paar Tage ausfällt und all die "klugen Menschen" nach zwei Stunden verzweifelt über den Weltuntergang jammern,
Das durften wir hier ja vor ein paar Jahren mehrere Wochen auch genießen, wir haben überlebt, aber es gab da durchaus Menschen, die waren vollkommen aufgeschmissen und wären ohne fremde Hilfe verhungert und verdurstet.
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